Rich-Firma: Vor GV nur «Überlegungen ausgetauscht»
Die Beteiligungs-Gesellschaft von Marc Rich will keine Absprachen im Vorfeld der General-Versammlung (GV) der Feldschlösschen Hürlimann Holding geführt haben. An der GV platzte die Fusion mit der Swiss Prime Site (SPS) wegen der Rich-Firma.
Vor der GV habe die Marc Rich Finanz GmbH keine Absprache mit anderen Grossaktionären getroffen, sagte Geschäftsführer Thomas Frutig, in einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt «Finanz und Wirtschaft» (FuW) vom Samstag (02.06.). Der Vorwurf der Gruppenbildung sei nicht berechtigt. Es seien im Vorfeld mit Grossaktionären, die übrigens nicht im Verwaltungsrat seien, lediglich Überlegungen ausgetauscht worden, sagte Frutig.
Derzeit untersuchen die Offenlegungsstelle und die Übernahme-Kommission (UEK) der Schweizer Börse SWX, ob das Börsengesetz bei der geplatzten Fusion von FHH und SPS verletzt wurde. Nach der GV am 21. Mai war nach dem Scheitern der Fusion der FHH-Verwaltungsrat geschlossen zurückgetreten. Frutiger meinte, auch ihn habe es überrascht, mit welch grossem Mehr der Fusions-Antrag abgelehnt worden sei.
Nachdem die Fusion vom Tisch war, wählten die FHH-Aktionäre fünf Verwaltungsräte, die die Marc Rich Finance GmbH vorgeschlagen hatte. Frutig wurde neuer VR-Präsident. Die FHH wurde zu Real Estate Group (REG) umbenannt. Damit hatte Marc Rich die Fusion platzen lassen und seine Vertrauensleute in den VR gehievt.
Sollten sich die Aktionärs-Gruppen abgesprochen haben, könnten die Offenlegungspflichten verletzt worden sein. Eine Absprache hätte innerhalb von vier Börsentagen der SWX gemeldet werden müssen.
Strategie: verkaufen!
Die zukünftige Strategie der REG sei nach dem gescheiterten Zusammengehen, auf Devestitionen ausgerichtet, sagte Frutig. In den nächsten zwei Jahren sollen Liegenschaften im Wert von von 230 Mio. bis 260 Mio. Franken verkauft werden. Damit solle die Liquidität der Firma verbessert werden. Eine Fusion mit SPS sei weiterhin nicht ausgeschlossen, allerdings müssten diesmal die Bedingungen für den REG-Aktionär stimmen. An der GV hatte Rich Finanz argumentiert, der gebotene Preis für die damaligen FHH-Aktionäre sei zu tief.
Rich-Gruppe als grösster Aktionär
Die Marc Rich Finanz GmbH ist mit einer Beteiligung von 10,2% der grösste Aktionär der REG. Zusammen mit der Swiss Capital Equity Holdings AG sowie dem deutschen Immobilienfinancier Lutz Ristow hat sie per 28. Mai eine Gruppe gebildet, die 17,34% der Stimmrechte an REG kontrolliert.
Damit bewege sich diese Aktionärsgruppe unter der Beteiligung von einem Drittel, die ein Kaufangebot für die restlichen Anteile vorschreiben würde, sagte Frutig im FuW-Interview.
swissinfo und Agenturen
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