SBB soll integriert bleiben
Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband (SEV) hält gar nichts von einer rechtlichen Trennung von Bahnbetrieb und Bahninfrastruktur. Das Beispiel Grossbritannien zeige, dass nicht zuletzt die Sicherheit auf dem Spiel stehe.
Im Vorfeld des SEV-Kongresses vom Donnerstag bekräftigte der Verband am Montag (28.05.) an einer Medienkonferenz in Bern seine Positionen zur anstehenden Bahnreform sowie seine Lohnforderungen.
Für integriert geführte Bahn
Der Service Public der Eisenbahn könne nur über eine integriert geführte Eisenbahn erbracht werden, sagte der SEV-Präsident und Solothurner SP-Ständerat Ernst Leuenberger. Dieser Meinung ist auch Christopher Irwin, Vorsitzender einer britischen Bahnkunden-Interessengruppe.
Die in Grossbritannien vollzogene Trennung habe nur Nachteile gebracht, sagte Irwin: Servicemängel, Verspätungen und fehlende Fahrplankoordination. Er führt auch den Bahnunfall von Hatfield im letzten Oktober auf diese Missstände zurück. Wegen schlechter Wartung war es zu einem Schienenbruch gekommen, der vier Menschen das Leben kostete.
In die Schweiz investieren
Der SEV hat vor diesem Hintergrund kein Verständnis dafür, dass die SBB ausgerechnet in den britischen Eisenbahnmarkt einsteigen und investieren wollen. Der Verband sähe es lieber, wenn die dafür vorgesehenen Mittel in den heimischen Markt und in die Forcierung des Bahngüterverkehrs investiert würden.
Mit einer Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene könnte nach SEV-Vorstellungen nicht zuletzt auch der Stellenabbau im Rangierbahnhof von Chiasso gestoppt werden.
Am SEV-Kongress im Berner Kursaal werden neben diesen Themen auch die Vertrags- und Sozialpolitik sowie die Anstellungsbedingungen zur Sprache kommen. Bereits bekannt sind die Lohnforderungen des SEV: Voller Ausgleich der seit 1997 aufgelaufenen Teuerung plus drei Prozent Reallohnerhöhung. Mit den markigen Worten bereits vor dem Kongress macht der SEV klar, dass die Lohnverhandlungen wohl hart verlaufen werden.
swissinfo und Agenturen
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