Swissair Group verpfändet AUA-Aktien für 65,9 Millionen
Die angeschlagene Swissair Group hat ihr 10-Prozent-Aktienpaket an der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) für 65,9 Mio. Franken verpfändet. Das Paket wurde der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) übertragen.
Hintergrund der Verpfändung ist laut Swissair Group die prekäre Finanzlage. Eigentümerin der 3,4 Mio. Aktien bleibt aber weiterhin die Swissair Group. Ob die Stimmrechte von der CSFB bei der AUA-Hauptversammlung vom nächsten Mittwoch wahrgenommen würden, sei noch unklar, sagte Swissair-Sprecherin Christine Bühler zu einer entsprechenden Meldung der Nachrichtenagentur APA.
Seitens der AUA wurde die Stimmrechtsübertragung ebenfalls bestätigt, jedoch nicht kommentiert. Die Übergabe fand bereits am 20. April statt, wie Bühler weiter sagte.
Auf der Suche nach Geld
Der in Geldnöten steckende Flugkonzern hat im letzten Jahr mit einem Konzernverlust von 2,9 Mrd. Franken das schlechteste Ergebnis der 70-jährigen Swissair-Geschichte erzielt. Alleine die Beteiligungen an Fluggesellschaften kosteten 3,7 Mrd. Franken.
Um zu Geld zu kommen hatte die Swissair Group Ende April ihre Swissôtels an die Luxushotel-Gruppe Raffles in Singapur verkauft. Ausserdem wurden die Beteiligungen in Seoul und in Wien veräussert. Insgesamt fliessen der Swissair dadurch 398 Mio. Franken in die Kasse.
Zuvor hatte der Flugkonzern von den drei Grossbanken CSFB, Deutsche Bank und Citibank als Finanzspritze eine Kreditlinie von einer Mrd. Franken zugesagt erhalten.
44 Jahre Zusammenarbeit
Die Austrian Airlines hatte im November 1999 nach 44 Jahren Zusammenarbeit beider Fluggesellschaften den Ausstieg aus der Qualiflyer Group um die Swissair angekündigt und sich der Star Alliance mit der Deutschen Lufthansa angeschlossen.
Für Missstimmung hatte der Versuch der Swissair gesorgt, ein 10-prozentiges AUA-Aktienpaket von der All Nippon Airways (ANA) zu übernehmen, um den Anteil an der österreichischen Gesellschaft aufzustocken.
swissinfo und Agenturen
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