Swissair-Group: Verwaltungsrat verzichtet auf Décharge
Die 75. General-Versammlung der SAirGroup ist im vollen Gange. Am späten Abend wurde bekannt: Die Liquidität der Swissair-Group ist gesichert. Die Konzernstruktur wird vereinfacht. Der Antrag auf eine Sonderprüfung wurde angenommen. Der Verwaltungsrat verzichtet deshalb auf die Décharge.
Der Antrag auf Sonderprüfung von Bund und Kanton Zürich ist von der Generalversammlung der SAirGroup deutlich angenommen worden. Die SAirGroup werde lückenlos und loyal mit der Untersuchungskommission zusammen arbeiten, sagte Verwaltungsratspräsident Mario Corti nach der Abstimmung.
Beantragt hatten die unter richterlicher Aufsicht stattfindende Sonderprüfung der Bund und der Kanton Zürich. Ein zweiter Antrag zum gleichen Thema hat die Schutzgemeinschaft für SAirGroup Aktionäre (SVSA) um den Anwalt Hans-Jacob Heitz gestellt. Die Sonderprüfung verlangt die Klärung rund um die Beteiligungen, die Finanzen sowie die Information der Aktionäre.
Der Verwaltungsrat der SairGroup verzichtet auf die Décharge seitens der Aktionäre. Dies nachdem die Generalversammlung dem krisengeschüttelten Flugkonzern eine Sonderprüfung verschrieben hat.
Liquidität gesichert
Die angeschlagene Schweizer Fluglinie Swissair soll eine Finanzspritze von einer Milliarde Franken erhalten. Das wurde am Mittwoch am Rande der Hauptversammlung des Dachkonzerns SAirGroup in Zürich bekannt. Das Geld soll von der Crédit Suisse First Boston, der Deutschen Bank und der City Bank kommen. Ausserdem will das Unternehmen, das 2000 einen Verlust von 2,88 Mrd. Franken eingeflogen hatte, aus den Beteiligungen bei den französischen Fluglinien AOM und Air Libert aussteigen. Ferner wurde bekannt, dass der Name SAirGroup ab sofort in Swissair-Group geändert werden soll.
Vereinfachte Struktur in Zukunft
Corti plant, die Konzernstruktur stark zu vereinfachen. Neben dem zyklischen, kapitalintensiven und immer noch stark regulierten Fluggeschäft sei das flugverwandte Geschäft mit seinen grossen Wachstumschancen der zweite Pfeiler der Strategie. Klar ins Zentrum rücken will Corti künftig den Kunden. Die starke Marke Swissair sei ein grosser Vorteil des Unternehmens. Trotz des relativ kleinen Heimmarktes hätten sich Swissair und Crossair mit Qualität und Service einen ausgezeichneten Ruf geschaffen.
Sukzessiver Ausstieg aus französischen Beteiligungen
Zu den französischen Beteiligungen sagte Corti, die Mehrheitsaktionäre Taitbout und die Swissair-Group stellten letztmalig bis zum 30. Juni Mittel von je 115 Mio. Franken zur Verfügung, um die Vorbereitungen für einen Sanierungsplan zu ermöglichen. Bis Ende Juni werde entschieden, ob dieser akzeptiert werden könne oder ob die Liquiditätszufuhr gestoppt werde.
swissinfo und Agenturen
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