Urner Stauräume können entleert werden
Der Kanton Uri ermöglich mit einer Ausnahmeregelung, dass die Stauräume entlang der Autobahn in den Nächten vor Ostern entleert werden können. In Chiasso wurde gegen eine Aufweichung des Nachtfahr-Verbotes demonstriert. In Uri läuteten die Glocken von Kirchen.
In der Nacht auf Donnerstag wurde der Schwerverkehr in Chiasso erstmals rund um die Uhr abgefertigt. Der Andrang war bereits am Nachmittag so gross, dass ein Teil der Lastwagen in der Leventina angehalten werden musste. Auch der Reiseverkehr sorgte für weitere Staus.
Der Urner Regierungsrat hat die Sicherheitsdirektion beauftragt, die Lage dauernd zu beurteilen und den Stauraum im Sinne einer Ausnahmeregelung in den Nächten auf Gründonnerstag und Karfreitag zu leeren, sofern die Situation dies erfordere.
Nachtfahrverbot wird nicht gelockert
Diese Massnahme sei mit dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) abgesprochen. Das Departement des Schweizer Verkehrsministers Moritz Leuenberger habe dagegen nichts einzuwenden. Der Regierungsrat sei aber nicht bereit, dass Nachtfahrverbot zu lockern oder aufzuheben.
«Raubt uns nicht die Nächte»
In Chiasso haben am Mittwochabend rund 300 Personen gegen die nächtliche Abfertigung des Schwerverkehrs am Warenzoll protestiert. Die von Umwelt-Verbänden organisierte Kundgebung wurde auch von den Gemeinden Chiasso und Vacallo unterstützt.
Unter dem Motto «Raubt uns nicht die Nächte» hatten S.O.S Ambiente Mendrisiotto, WWF, VCS, Greenpeace und die Alpeninitiative zur Demonstration aufgerufen. Die Einführung der Zollabfertigung rund um die Uhr vor den Osterfeiertagen sei illegal, hiess es.
In Uri läuten Kirchenglocken
Kirchenglocken haben am Mittwoch kurz vor 22 Uhr im Kanton Uri die Nachtruhe eingeläutet. Um diese Zeit beginnt das Nachtfahrverbot für Lastwagen, das in der Nacht auf Donnerstag für den Tessiner Abschnitt der A2 erstmals aufgehoben worden ist.
Die Aktion war vom Verein Alpeninitiative Uri lanciert worden. In Altdorf erinnerten die Glocken der Kirche St. Martin, des Kapuzinerklosters und der reformierten Kirche an die Nachtruhe. Auch in Erstfeld, Wassen und Bürglen läuteten die Glocken.
Staus am Gotthard und San Bernardino
Bereits am Mittwoch-Morgen war es auf der San-Bernardino-Strecke ins Tessin zu einem ersten Rückstau gekommen. Im Brusei-Tunnel geriet ein Fahrzeuglenker auf der Autobahn A13 bei Mesocco (GR) auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Kastenwagen.
Der Verkehr auf der Gotthard-Autobahn geriet bereits gegen 13.30 Uhr vor dem Nordportal des Strassentunnels das erste Mal ins Stocken. Eine Verkehrs-Überlastung führte innert Minuten zu einem Stau von vier Kilometern Länge.
Gegen 18.00 Uhr verkürzte sich der Stau auf zwei Kilometer.
Schon am Morgen wurde der Schwerverkehr nach dem Gotthard-Südportal gebremst. In Piotta, Bodio und Chiasso standen bis zu 100 Lastwagen, von denen in Piotta und Bodio je 20 Lastwagen im Zehn-Minuten-Takt die Weiterreise antreten konnten. Am Zoll in Chiasso kam es bis am Nachmittag zu einem Rückstau von einem halben Kilometer, die Wartezeit für die Abfertigung betrug rund zwei Stunden.
Infos zur Umfahrung
Die Verkehrspolizei wird an Ostern und dann das ganze Jahr über aktuelle Umfahrungsempfehlungen abgeben. Auf der Internet-Datenplattform «Verkehrsdaten» können Automobilisten und Automobilistinnen sich fortwährend über die aktuelle Staulage informieren.
swissinfo und Agenturen
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