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Die Hundstage sind da

Kinder kühlen sich ab bei den Wasserfontänen vor dem Bundeshaus in Bern. swissinfo.ch

Am Donnerstag war der heisseste Tag des Jahres in der Schweiz – in Genf kletterten die Thermometer auf über 36 Grad.

Mit den Temperaturen nahmen aber auch die Ozonwerte dramatisch zu. Sie erreichten teilweise 198 Mikrogramm pro Kubikmeter – 30% über dem erlaubten Wert.

Weite Teile der Schweiz haben am Donnerstag den bisher heissesten Tag des Jahres erlebt. Die Sonne heizte die Luft im Lauf des Tages massiv auf. Die Höchsttemperatur wurde mit 36,2 Grad erneut in Genf gemessen. Zum Vergleich: Der Genfer Höchstwert im Hitzesommer 2003 lag bei 36,5 Grad.

Neue Jahreshöchstwerte gab es auch in Chur mit 35,4 Grad, in Sitten mit 35,2 und in Wynau sowie in Basel mit je 34,6 Grad. Sonst war es in den Niederungen des Mittellandes sowie im Wallis und im Tessin verbreitet 31 bis 33 Grad heiss.

Hohe Ozonbelastung

Die Ozonbelastung stieg massiv an. An 14 der 16 Messstationen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (NABEL) wurden teils massive Überschreitungen des Grenzwerts von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter verzeichnet.

Am stärksten war die Ozonbelastung um 17.00 Uhr in Lugano und Magadino-Cadenazzo mit je 198 Mikrogramm, auf der Lägern im Kanton Zürich mit 197, auf Rigi-Seebodenalp mit 192 und in Zürich mit 185 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Nur in Davos Land (116 Mikrogramm) und auf dem Jungfraujoch (98 Mikrogramm) wurde der Grenzwert nicht überschritten.

Warm ist’s auch im Wasser

Aufgeheizt wurden auch die Gewässer. Vereinzelt war das Wasser lauwarm: 26 Grad im Moossee bei Moosseedorf nahe Bern, 25 Grad im Bielersee und je 24,3 Grad im Broye- und im Zihlkanal sowie im Zürichsee beim Strandbad Tiefenbrunnen.

Sonst war das Fluss- und Seewasser 19 bis 22 Grad warm.

Gewerkschaft schlägt Alarm

Die Gewerkschaft Unia fordert für die Arbeiter auf dem Bau besseren Schutz vor der Hitze. Sie wirft den Arbeitgebern vor, nach dem Hitzesommer 2003 keine geeigneten Massnahmen ergriffen zu haben.

So hätten die Bauarbeiter keinen ausreichenden Schutz gegen die hohen Temperaturen. Auch seien keine Schattenzonen oder Duschen bereitgestellt worden. Nur auf ganz wenigen Baustellen werde Trinkwasser verteilt.

Weiter wirft die Unia den Arbeitgebern vor, keine gültige Definition für Hitzetage ausarbeiten zu wollen, die etwa eine Arbeitsunterbrechung erlauben würde.

Unia fordert von den Arbeitgebern einfache und günstige Massnahmen wie die Verteilung von Wasser, Sonnenbrillen, Mützen, leichterer Arbeitsbekleidung oder Sonnencreme. Zudem sollten in besonders der Hitze ausgesetzten Kabinen und Räumen Klimaanlagen installiert werden.

Unwetterwarnung

Hatte MeteoSchweiz am Donnerstagmorgen noch eine Hitzewarnung verbreitet und die Bevölkerung dringend aufgefordert, genug zu trinken und während der heissesten Zeit des Tages nicht unnötig ins Freie zu gehen, folgt für den heutigen Tag eine Unwetterwarnung.

Zwischen Freitagmittag und frühem Samstagmorgen werden auf der ganzen Alpennordseite, zum Teil auch im Wallis sowie in Nord- und Mittelbünden, teils heftige Gewitter mit Sturmböen und Hagelschlägen erwartet.

Erst in der zweiten Hälfte der Nacht zum Samstag wird mit einer Wetterberuhigung gerechnet.

swissinfo und Agenturen

Schweizer Temperatur-Rekorde:
Höchste: +41,5 Grad Grono, Graubünden am 11. August 2003
Tiefste: -41,8 Grad am 12. Januar 1987 in La Brevine im Kanton Neuenburg
Wärmster Platz: Locarno, Kanton Tessin mit +11,5 Grad Jahresdurchschnitt
Kältester Platz: Jungfraujoch, Kanton Bern, 3,454 Meter über Meer, mit -7,9 Grad im Jahresdurchschnitt.

Am prekärsten sind die Hitzerisiken für alte Menschen, da ihr Wärmeregualtions-System oftmals beeinträchtigt ist.

Alte Menschen schwitzen im allgemeinen weniger. Sie haben auch weniger Durst, was ernste Austrocknungsrisiken beinhaltet.

Extreme Hitze kann der Gesundheit schaden, etwa weil die Luft stärker verschmutzt ist, insbesondere wegen der Ozonkonzentration, aber auch weil Lebensmittel schneller verderben.

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