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Auf der Suche nach Ausserirdischen

Erfolgsautor Erich von Däniken. Keystone

Erich von Däniken und die Ausserirdischen gehören zusammen: Seine Bücher über sie machten den Schweizer Autor weltbekannt.

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2005 - 10:41 publiziert

Am Donnerstag ist von Däniken 70 Jahre alt geworden.

Mit den Büchern "Erinnerungen an die Zukunft" und "Zurück zu den Sternen" wurde von Däniken in den späten 1960-er Jahren international bekannt. Er versuchte darin, seine These zu belegen, dass in grauer Vorzeit Raumschiffe mit Ausserirdischen der Erde einen Besuch abstatteten.

Damit löste er eine weltweite "Däniken-Manie" aus. Seine Publikationen fanden auch in den 70er und 80er Jahren breites Interesse, seine - unbewiesenen - Thesen beeinflussten die Arbeit anderer Forscher. Von Dänikens mittlerweile 26 Bücher sind in 35 Sprachen übersetzt und einer Gesamtauflage von 60 Millionen Exemplaren erschienen.

Inzwischen ist es um von Däniken wieder ruhiger geworden. Sein Alterswerk ist der "Mystery Park" in Interlaken im Berner Oberland.

"Stargate": Emmerich ein von-Däniken-Fan

Seine Ideen flossen nach eigenen Angaben auch in den Hollywoodfilm "Stargate" von Regisseur Roland Emmerich ein. Worte aus einem Vortrag in der Anfangsszene des Films stammten wortwörtlich aus seinem Buch "Die Augen der Sphinx", sagt von Däniken.

Er habe Emmerich deswegen auch angerufen, sauer sei er aber nicht gewesen. Emmerich habe zugegeben, seit seinem zwölften Lebensjahr von Däniken-Fan zu sein und alle seine Bücher gelesen zu haben.

Thesen immer umstritten

Von Beginn an waren die Thesen des gelernten Kochs umstritten, der sich schon während seiner Schulzeit mit Archäologie, Futurologie, Weltraum und Philosophie beschäftigt hatte und sich auch mit den Themen Molekularbiologie, Transplantation und Mutation des Menschengeschlechts befasste.

Er sah den frühzeitigen Besuch Ausserirdischer auf der Erde als einzige Erklärung dafür an, dass in allen Mythologien und Religionen übereinstimmend der Mensch als nach dem Abbild Gottes geschaffen angesehen wird. Er geht auch von einer prähistorischen, inzwischen vergessenen technischen Zivilisation auf der Erde aus.

Obwohl der gelernte Hotelfachmann bis heute keinen Beweis für seine Thesen gefunden hat, liefert er doch seit fast 40 Jahren immer neue Indizien, denen die Wissenschaft oft nicht viel entgegen zu setzen hat: Technologische Spitzenleistungen in frühen Hochkulturen oder Kosmonauten-Schilderungen in Mythologie und Kunst.

Weder Beweis noch Gegenbeweis

Parade-Beispiel: die riesigen, über 2000 Jahre alten Nasca-Linien in der peruanischen Pampa, die nur aus dem Flugzeug als Zeichnungen erkennbar sind. Däniken vermutet, die Bewohner hätten sie für extraterrestrische Kosmonauten gezeichnet, Wissenschafter nehmen an, für die fliegenden Astralleiber von Schamanen, was als Erklärung auch nicht viel befriedigender ist.

Auch ein gross aufgemachter "Spiegel"-Titel "Der Däniken-Schwindel" 1973 diskreditierte den Autor nicht gross. Es wurde nur bewiesen, dass er eine Fundstätte nie gesehen hatte, sondern der Schilderung eines Scharlatans namens Juan Móricz aufgesessen war.

"Das seltsame Leben des Erich von Däniken" - so heisst eine von mehreren Biografien über den Hobbyforscher - begann am 14. April 1935 in Zofingen. Während seiner Schulzeit in Schaffhausen fackelte der Sohn eines Kleiderfabrikanten aus Versehen die örtliche Badeanstalt ab.

Bucherfolg

Im Jesuiten-Internat verschlang er Bücher über Philosophie, Theologie und Archäologie, als Hotelfachlehrling im Berner "Schweizerhof" machte er seine erste Ägypten-Reise. Nach der Lehre sass er im Gefängnis wegen Veruntreuung von 12'000 Franken.

Es folgten Stellen in wechselnden Hotels, die Heirat mit der Arbeitskollegin Elisabeth und die Geburt des Sohnes "Peterli". Kurz nach dessen frühem Tod brennt das Hotel, in dem die von Dänikens arbeiten, ab. Wieder wechselnde Stellen, 1963 das zweite Kind Cornelia und 1964 - da arbeitete er in Kanada - der Aufsatz "Hatten unsere Vorfahren Besuch aus dem Weltraum?" in einem Lokalblatt.

Im selben Jahr übernimmt von Däniken das Hotel Rosenhügel in Davos. 1968 erscheint sein Buch "Erinnerungen an die Zukunft", nachdem es zuvor 20 Verlage abgelehnt hatten. Es wird ein unerwarteter Erfolg.

Ein Jahr später - da hatte er schon eine Viertelmillion Franken an seinem Erstling verdient - kommt von Däniken ins Gefängnis, weil er vergessen hat, 8000 Franken Kurtaxe zu bezahlen. 1982 hebt das Kantonsgericht Graubünden das Urteil auf.

Da ist von Däniken bereits Ehrendoktor der Universidad Boliviana. Es bleibt nicht die letzte Ehrung. 2003 erhält er für den "Mystery Park" den "Goldenen Ideen Oskar".

swissinfo und Agenturen

Fakten

Geboren am 14. April 1935 in Zofingen

Schulzeit im Jesuiten-Internat

Hotelfachlehre im Berner Hotel "Schweizerhof"

26 Bücher in 35 Sprachen übersetzt in einer Gesamtauflage von 60 Mio. Ex.

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In Kürze

Von Dänikens Alterswerk ist der "Mystery Park" in Interlaken, der nach seinen Ideen ins Leben gerufen wurde. Auf einer Fläche von 100'000 Quadratmetern stellt der Park die grossen Rätsel vergangener Kulturen vor.

So werden die Cheopspyramide in Ägypten, die Vimanas in Indien, die riesigen pistenähnlichen Landstreifen und Tierbilder im peruanischen Nazca, die Menhire im englischen Stonehenge und die Pyramide der Maya fürs Publikum erlebbar.

Mit zwei U-Boot-Simulatoren "Nautilus" tauchen Besucherinnen und Besucher nach Alexandria und erkunden virtuell die versunkenen Ruinen von Heraklion und fahren weiter nach Atlantis.

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