Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Zwei Cybersicherheitsvorfälle hielten die Schweiz diese Woche in Atem. Einerseits wurden persönliche Pensionskassendaten von über 100'000 Bundesangestellten gestohlen. Andererseits sorgte eine Sicherheitslücke in der oft verwendeten Skriptsprache PHP bei Serverbetreibenden für Panik.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ein historisches Datenleck beim Bund und Alarmstufe Rot im Internet: Die Schweiz blickt auf eine turbulente Woche im Zeichen der Cybersicherheit zurück. Zwei Grossereignisse erschütterten Behörden, Unternehmen und IT-Betreiber gleichzeitig.
Ein massiver Cyberangriff auf die IT-Firma PK Softech traf den Bund hart. Zwar hatte das Unternehmen der Bundespensionskasse Publica schriftlich bestätigt, alle Daten gelöscht zu haben. Trotzdem konnten sensible Pensionskassendaten von über 100’000 Bundesangestellten ungeschützt von Servern kopiert werden, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Betroffen sind auch Alt-Bundesräte, Diplomatinnen und Elitesoldaten. Die Hackergruppe Akira erpresst nun den Bund mit den erbeuteten Daten, was laut Sicherheitsorganen für einige Menschen sogar eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten kann, so Watson.
Ebenfalls in dieser Woche löste eine mittels KI entdeckte PHP-Sicherheitslücke weltweiten Alarm aus. Schweizer Universitäten und Behörden schalteten Portale präventiv ab, ehe das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) bekanntgab, bisher seien keine Angriffe in der Schweiz bekannt. Es empfiehlt aber, betroffene Serversysteme unverzüglich zu aktualisieren.
Am Freitag veröffentlichte die SRG, zu der auch Swissinfo gehört, die erste Umfrage im Vorfeld der kommenden nationalen Abstimmung vom 29. November, bei der vier Vorlagen an die Urne kommen.
Eine überwältigende Mehrheit von knapp 70% würde gegenwärtig die Feuerwerksinitiative annehmen. Eine seltene Allparteien-Mehrheit quer durch das politische Spektrum scheint Böllern und Raketen ein Ende setzen zu wollen.
Bei der 13. AHV-Rente, die vom Stimmvolk bereits angenommen wurde, geht es jetzt um die konkrete Umsetzung. Dabei offenbart sich ein tiefer Generationengraben: Während die unter 40-Jährigen die dafür nötige Erhöhung der Mehrwertsteuer ablehnen, stimmen Seniorinnen und Seniorinnen in der Umfrage deutlich zu. Laut gfs.bern spielt das Einkommen überraschenderweise keine Rolle.
Spannung herrscht beim Kriegsmaterialgesetz und bei der Volksinitiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare», wo die Auslandschweiz eigene Akzente zu setzen scheint: Gemäss gfs.bern lehnen die Stimmberechtigten in der Fünften Schweiz die Militärvorlage eher ab, befürworten aber die Steuergleichheit von Verheirateten überdurchschnittlich.
Der Hitzesommer 2026 traf die Schweiz unvorbereitet – doch hinter den Kulissen der Bundesverwaltung tobte ein überraschender Machtkampf um den richtigen Umgang mit der Trockenheit, wie diese Woche bekannt wurde.
Obwohl Flüsse austrockneten und Notstand drohte, weigerte sich Umweltminister Albert Rösti beharrlich, den offiziellen Fachstab Trockenheit zu aktivieren. Wie ein Artikel des Tages-Anzeigers zeigt, regte sich dagegen sogar in der Bundeskanzlei Widerstand.
Dass Bewegung in die Blockade kam, war einem Zufall zu verdanken: Erst ein Treffen von Rösti mit Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider am Marché-Concours von Saignelégier, dem traditionellen Pferdemarkt im Jura, erzwang eine Sondersitzung, wie Watson berichtet. Die Folge: Die Landesregierung sprach zusätzliches Geld für Wald und Landwirtschaft.
Die Folgen der Dürre aber reichen weit: Wegen des extremen Niedrigwassers am Rhein fallen Treibstoffimporte aus und der Bund öffnet Pflichtlager. Und die tiefen Wasserstände der Flüsse beeinträchtigen die Stromproduktion aus Wasserkraft spürbar. Laut SRF News drohen bei weiter ausbleibenden Niederschlägen im Winter anhaltende Einschränkungen bei der Elektrizitätserzeugung bis zum Frühling 2027.
Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung lebt mit einer Behinderung – doch im Parlament fehlen ihre Stimmen fast völlig. Eine besondere Session im Bundeshaus forderte am Mittwoch lautstark echte Gleichstellung und den Abbau von Hürden im Alltag.
44 Menschen mit Behinderungen vertraten bei der Behindertensession symbolisch die 22% Betroffenen im Land. Sie übergaben Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider 16 Petitionen gegen Bürokratie und Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Zu den Hauptanliegen gehört ein schweizweit einheitlicher Behindertenausweis. Dieser soll Entlastungen ermöglichen, ohne dass heikle Details offengelegt werden müssen. Auch ein Kantonswechsel für Beziehende einer Invalidenrente soll vereinfacht werden.
Drei von vier Betroffenen fühlen sich politisch unzureichend vertreten, wie der Inklusionsindex der Organisation Pro Infirmis zeigt. Die Versammlung forderte deshalb die geschlossene Unterstützung der erfolgreich eingereichten Inklusions-Initiative, die sich gegenwärtig im Stadium der parlamentarischen Beratung befindet.
Die kommende Woche
Passen Sie auf bei Telefonaten in die Heimat und rufen Sie Ihre Angehörigen nicht zu früh an: In der Nacht von Samstag auf Sonntag um 3 Uhr wird in der Schweiz die Uhr um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Ab dem 25.Oktober gilt wieder die Winterzeit (auch Normalzeit genannt) – bis zum 28. März 2027.
Am Freitag beginnt das 32. Geneva International Film Festival, das bis zum 8. November dauert. Neben vielen Filmen werden an verschiedenen Kulturstandorten der Rhonestadt auch Serien und digitale Kunst präsentiert.
Am Samstagabend, 31. Oktober, werden Kinder wieder von Tür zu Tür gehen nach «Süssem oder Saurem» («Trick or Treat») fragen. Der Brauch des Halloween hat unterdessen auch in der Schweiz Fuss gefasst.
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