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Erfolgreicher Start für Durchdiener

Das Durchdiener-Pilot-Projekt erhält mehrheitlich gute Noten - bei der Armeeführung wie auch bei den Rekruten. Keystone

Das Pilotprojekt der Durchdiener-Rekrutenschule (DD-RS) ist laut Angaben der Schulkommandanten erfolgreich gestartet. Auch bei den Rekruten stösst das Modell nach sechswöchigem Dienst auf Anklang.

«Die Durchdiener zeichnen sich durch einen ausserordentlichen Willen und eine positive Einstellung aus», sagte Schulkommandant Oberst André Zumstein am Dienstag (21.08.) anlässlich eines Augenscheins auf den beiden DD-RS in Payerne (VD) und St. Maurice (VS). Im Vergleich zu anderen Schulen gebe es weniger gesundheitliche Probleme.

Von den insgesamt 225 freiwilligen Durchdienern haben sich drei zum Wechsel in die 15-wöchige RS entschlossen. Bei den Rekruten stösst das Durchdienermodell auf Anklang, wie sich im Gespräch mit ihnen zeigt. Viele überbrücken damit nach abgeschlossener Matura, Berufsschule oder Lehre die Zeit bis zu einer neuen Etappe im Berufsleben, wo sie freie Bahn haben wollen.

Einige stehen aber auch in einem festen Arbeitsverhältnis. Deren Arbeitgeber zeigen sich laut Stabsadjutant Jimmy Delaloye kulant und zahlen den Lohn für ihre Durchdiener. Kündigungen habe es keine gegeben. Viele der Rekruten sehen ihre Dienstzeit als wertvolle Erfahrung, die sie sich im späteren Berufsleben anrechnen könnten.

Vereinzelt kritische Töne

Zwei Unteroffiziers-Aspiranten, die gerade mit Wartungsarbeiten an einem Super-Puma-Helikopter beschäftigt waren beklagten sich, dass sie nicht 114 Franken Sold und Entschädigung pro Tag erhalten, wie sie es noch bei der Vor-Selektion glaubten. Auf Grund eines Rechenfehlers sind es stattdessen gegen Ende der Dienstzeit 88 Franken pro Tag, wie Delaloye einräumte.

Den Durchdienern in Payerne missfällt, dass sie nicht wie versprochen jeweils am Abend Zeit für Ausgang, Sport und Weiterbildung haben. Da sie mit einer normalen Truppe Dienst leisten, gibt es vorläufig nur an zwei Abenden pro Woche Ausgang. Oberst René Meier versprach aber, dass die Zeit in der späteren Einsatzphase kompensiert werde.

In St. Maurice warten die Rekruten noch auf das leicht verspätete Weiterbildungsprogramm. Laut Schulkommandant Zumstein sollten ihnen in Kürze Computer-Lernprogramme zur Verfügung stehen. Daneben sind die Kommandanten mit lokalen Sportvereinen in Kontakt, um den Armeeangehörigen abends die Ausübung ihres Sports zu ermöglichen.

Die DD-RS ist ein Pilotprojekt der Armee. Die Armeeangehörigen leisten dabei ihre 300-tägige Dienstpflicht an einem Stück. Von den drei nächsten Durchdiener-Schulen im Wallis sind zwei bereits komplett. Bei den Parteien geriet das Durchdiener-Modell in der Vernehmlassung teilweise stark unter Druck. Die SVP lehnte es rundweg ab, die FDP forderte eine Beschränkung der Durchdiener.

swissinfo und Agenturen

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