Schweiz verstärkt Schüler-Austausch mit Deutschland
Die Schweiz will in den nächsten Jahren den Schüleraustausch mit Deutschland erheblich ausweiten. Pro Jahr sollen 60 bis 100 Schulpartnerschaften geschaffen werden. Finanziert wird das Programm von "Präsenz Schweiz".
Laut Thomas Borer, dem Schweizer Botschafter in Berlin, kennen die deutschen Jugendlichen die Schweiz nicht sehr gut. «Unser Hauptmotiv ist: Die Schweiz ist zwar in den Köpfen der Nachkriegsgeneration, nicht aber in denen der jungen Leute von heute», begründete Borer die Initiative.
Das soll sich nun ändern. «Die Schweiz hat mehr zu bieten als nur Uhren, Käse, Schokolade und Bernhardiner», hiess es. Die deutschen Jugendlichen sollten auch nicht nur grosse Städte wie Basel, sondern auch Regionen wie beispielsweise das Tessin kennenlernen.
Bereits zwölf Schulen angemeldet
Der Ministerpräsident des ostdeutschen Bundeslandes Brandenburg, Manfred Stolpe, sprach von einer «vorzüglichen und geradezu notwendigen Massnahme». Aus seinem Bundesland hätten sich bereits zwölf Schulen angemeldet. «Das Projekt ist eine Hilfe zur Weltoffenheit.»
Pro Jahr sollen 60 bis 100 Schulpartnerschaften geschaffen werden. Das Programm ist zunächst auf vier Jahre angelegt und setzt bereits im laufenden Schuljahr ein. In der Aufbauphase wird mit etwa 20 bis 30 teilnehmenden Schulklassen gerechnet.
Das Angebot richtet sich speziell an Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren. Die Partnerschulen sollen im Unterricht oder in einer Arbeitsgemeinschaft ein gemeinsames Projekt umsetzen. Im Zuge dieses Vorhabens sollen die deutschen Schüler dann ihre Partnerschule in der Schweiz besuchen.
Für das Projekt sowie als Zuschuss zu den Reisekosten in die Schweiz sollen die deutschen Schulen jeweils bis zu 3’600 Mark erhalten.
Anlaufstelle ist in der Schweiz der ch-Jugendaustausch in Solothurn, in Deutschland der Pädagogische Austauschdienst in Bonn. Finanziert wird das mit 1,5 Mio. Mark dotierte Programm vor allem von der Organisation «Präsenz Schweiz», die dem Aussenministerium zugeordnet ist.
swissinfo und Agenturen
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