«Behinderte liegen uns nur auf der Tasche»
Die Invalidenversicherung (IV) verteidigt die umstrittene Plakat-Kampagne, die mit behindertenfeindlichen Sprüchen für Aufsehen sorgt. Nur Provokationen könnten die Tabus und Vorurteile gegenüber Behinderten brechen, sagt IV-Chef Alard du Bois-Reymond.
«Behinderte liegen uns nur auf der Tasche» – solche und ähnliche Sprüche konnte man in den letzten Tagen in der Schweiz auf Plakaten lesen. Wer hinter der Plakatkampagne steckt, weiss man erst seit Donnerstag: Es ist die Invalidenversicherung.
Die Plakat-Sprüche wurden mit Zusätzen ins richtige Licht gerückt. So prangt unter dem oben zitierten Spruch seither in einer anderen Farbe der Zusatz: «wenn wir ihre Fähigkeiten nicht nutzen».
Er sei sich immer bewusst gewesen, dass die IV mit dieser Kampagne an die Grenze gehe, sagte Alard du Bois-Reymond, der Leiter des Geschäftsfelds IV des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), am Donnerstag vor den Medien in Bern. Bei Behinderten, die sich verletzt fühlten, möchte er sich entschuldigen, sagte er.
Ziel der IV sei die Wiedereingliederung von möglichst vielen Behinderten in die Arbeitswelt, erklärte du Bois-Reymond. Um das zu erreichen, müsse bei den Nichtbehinderten ein Denkprozess ausgelöst werden.
Für zahlreiche Behindertenorganisationen wurde mit der so genannten Teaser-Kampagne eine Grenze überschritten. Mit unkommentierten und anonymen Sprüchen würden solche Vorurteile bloss zementiert. Die Behinderten würden zu Objekten degradiert.
swissinfo.ch und Agenturen
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