Studentenproteste auch in Zürich
Über 500 Personen haben an sich am Internationalen Studententag an einer Protestveranstaltung an Uni Zürich beteiligt. In Basel halten Studenten seit knapp einer Woche die Uni-Aula besetzt.
Die Proteste erfolgen im Rahmen der internationalen Aktionswoche «Education is not for sale» («Bildung ist keine Ware»), die noch bis am Mittwoch dauert.
Damit wenden sich die Studierenden in mehreren Ländern Europas gegen die «Zumutungen der Bolognareform», «die Verschulung des Lehrplans» und «den Einfluss der Privatwirtschaft» auf die Hochschulen.
Die Zürcher Studentengruppe «Uni von unten», welche die Veranstaltung organisierte, zeigten sich vom grossen Aufmarsch überrascht. Er habe nicht mit diesem Interesse gerechnet, sagte ein Sprecher. Es gehe darum, bei den Studierenden der Uni Zürich die Diskussion über falsche Entwicklungen an der Hochschule anzuregen.
Die Gruppierung hatte erstmals im Frühjahr von sich reden gemacht. Wegen angekündigter Störmanöver musste die Uni-Leitung am 1. April einen geplanten Vortrag von Novartis-Chef Daniel Vasella absagen.
In der Schweiz beschränkten sich die Proteste bis anhin auf die Universitäten Basel, Genf und Bern. Am Rhein halten einige Dutzend Studenten seit letztem Mittwoch die Uni-Aula besetzt und veranstalten Diskussionsrunden und Workshops.
Trotz der Aufforderung des Rektors, die Aula am Montag zu räumen, gibt es nach Auskunft der Bewegung «Unsere Uni» keine Anzeichen für eine Räumung. Wie lange die Besetzung noch andauern wird, war am Dienstag nicht zu erfahren.
In Deutschland und Italien haben am Students Day Zehntausende von Studenten und Schülern gegen Reformen im Bildungswesen protestiert. In Deutschland sind laut einem Studentensprecher die Universitäten in Bonn, Braunschweig und Nürnberg-Erlangen besetzt.
In Italien demonstrierten tausende Schüler und Studenten gegen Sparmassnahmen im Bildungswesen. Eine umstrittene Reform sieht dort bis Oktober 2011 die Kürzung von 130’000 Stellen an Schulen und Universitäten vor.
swissinfo.ch und Agenturen
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