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CDU-Spitzenmann in Schleswig-Holstein tritt wegen Liebesaffäre ab

(Keystone-SDA) Neun Monate vor der Landtagswahl im nördlichsten Bundesland Deutschlands, Schleswig-Holstein, ist der dortige CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher wegen einer Liebesaffäre zurückgetreten – auch als Landesvorsitzender. Er stürzt seine CDU damit in eine Krise.

Der 40-Jährige gab seinen Entscheid in Kiel bekannt. Von Boetticher zog die Konsequenz aus einem inzwischen beendeten Verhältnis: Der unverheiratete Politiker hatte Anfang 2010 eine Liebesbeziehung mit einer 16-Jährigen.

Der Politiker bekannte sich vor der Presse zu der – rechtlich legalen – Beziehung. «Ja, es ist wahr, ich hatte mich im Frühjahr 2010 in eine junge Frau verliebt und bin mit ihr mehrere Monate zusammen gewesen», sagte er.

«Es war Liebe»

«Diese sehr ungewöhnliche Liebe ist auch von unserem Umfeld akzeptiert und auch unterstützt worden», sagte von Boetticher. «Es war schlichtweg Liebe.»

Eine solche Beziehung sei zwar rechtlich legal, treffe aber bei vielen Menschen auf verständliche moralische Vorbehalte. Er habe den Fehler gemacht, die Bedeutung einer solchen Beziehung für eine Spitzenkandidatur nicht bedacht zu haben.

Carstensen tritt nicht an

Für die gemeinsam mit der FDP in Kiel regierende Nord-CDU ist dies ein harter Schlag. Von Boetticher war noch Anfang Mai mit grosser Mehrheit von der CDU zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gekürt worden. Von Boetticher ist auch Chef der CDU-Fraktion im Kieler Landtag. Ob er dies bleibt, entscheidet die Fraktion am Dienstag.

Auch wer an Stelle von Boettichers die CDU anführen soll, ist offen. Der 64-jährige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hatte auf eine weitere Bewerbung verzichtet.

Die Wahlen für das Landesparlament Schleswig-Holsteins finden voraussichtlich am 6. Mai 2012 statt. Ein Umfrage im Mai sah die CDU noch knapp mit 33 zu 31 Prozent vor der SPD, die mit dem Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig als Spitzenkandidat die Wahl ansteuert. Albig setzt auf ein Bündnis mit den Grünen. Dafür stehen die Chancen nach dem Skandal in der CDU nun besser.

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