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Bern (awp/sda) - Im vergangenen Jahr ist in der Schweiz wieder viel Wein getrunken und eingekellert worden - insgesamt 280,3 Mio Liter. Für die Winzer in der Schweiz dürfte es erfreulich sein, dass vermehrt Schweizer Wein entkorkt wurde.
Die Konsumzunahme beim Schweizer Weisswein betrug 2 und beim Schweizer Rotwein 4,2%. Noch mehr als im Vorjahr stiessen die Weintrinker allerdings mit ausländischem Weisswein an. Das Plus im Vergleich zum Jahr 2009 betrug 7,8%. Dies hält das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Bericht "Das Weinjahr 2010" fest, welcher am Mittwoch veröffentlicht wurde.
Insgesamt stieg der Weinkonsum in der Schweiz im vergangenen Jahr um 1,7% oder 46'564 Hektoliter an - eine Entwicklung, die parallel zum Bevölkerungswachstum in der Schweiz verlaufe, hält das BLW fest. 2010 machte der ausländische Wein einen Konsumanteil von 62% aus.
Als Weinkonsum definiert das BLW die Lagerbestände von Handel und Selbsteinkellerern - das heisst die gekaufte Menge Wein. Ob diese Weine nun eingelagert oder entkorkt wurden, bleibt offen.
Wo Wein gekauft und dekantiert wird, müssen erst Reben gedeihen. Die Schweiz zählte im Jahr 2010 14'942 Hektaren Rebfläche. Mit über 5'000 ha ist der Kanton Wallis der grösste Weinbaukanton der Schweiz - gefolgt von den Kantonen Waadt und Genf. Der kleinste Weinkanton ist der Kanton Zug dicht gefolgt vom Kanton Glarus.
Auf 42% der Rebfläche wurden weisse Rebsorten gezogen, auf 58% rote. Die meist angebaute Rebsorte ist nach wie vor der Pinot Noir, auch wenn es immer weniger Rebstöcke dieser Sorte gibt. Dafür wird vermehrt Chasselas angebaut. Die dritthäufigste Rebsorte in der Schweiz ist der Gamay.
Wohl nur ein Winzer wagt sich an die rote Teroldego-Traube heran, eine Sorte, die im Trentin im Norden Italiens erfolgreich angebaut wird. In der Schweiz wird sie auf 24 m2 angebaut.
Auch die Alphonse Lavallée Traube ist in der Schweiz nicht sehr verbreitet; sie wurde 2010 auf ganzen 75 m2 Rebfläche angebaut. Die Neuzüchtung zwischen den Rebsorten Kharistvala Kolkhuri und Muscat Hamburg gilt als neutral im Geschmack und wird vor allem in Argentinien angebaut. Ihren Ursprung hat sie in Frankreich.
Das BLW bezeichnte bereits Anfang Jahr des Weinjahrgang 2010 als "klein aber fein". Weil jedoch die Trauben klein blieben, konnte weniger Wein gekeltert werden. Die Produktionsmenge sank um 7,4% auf 1,03 Mio Hektoliter.
Grund war das Wetter: Im milden Frühling 2010 entwickelten sich die Reben harmonisch, bevor dann der Regen ihr Wachstum bremste. Weil sich die Blütezeit verlängerte, wurden die Trauben schwach ausgebildet und blieben teilweise unvollständig.
Der heisse, trockene Juli gab dem Reben-Wachstum neuen Schub, und nach dem nassen August konnten die Trauben im trockenen Herbst Zucker anreichern und "perfekt reif" geerntet werden. Zucker- und Säuregehalt des jüngsten Jahrgangs sind ausgezeichnet.
Vergangenes Jahr wurden mehr Weine aus Frankreich (+4,8%), Deutschland (+23,5%) und den USA (+11,7%) importiert. Weniger Wein wurde hingegen aus Italien, Südafrika und Australien eingeführt.
Italien und Frankreich belegen mit je 34% die Spitze des Importmarkts. Ihnen folgen die spanischen (14%), deutschen (4%) und amerikanischen Weine (3%). Bei den Schaumweinen schwingt Frankreich nach wie vor obenaus. Bei den Rotweinen hat Italien Frankreich an der Spitze abgelöst.
mk

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