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CH/»Swissbau 2010″: 10% weniger Aussteller – Alle Grossen dabei

Basel (awp/sda) – Seit Dienstag zieht die wichtigste Schweizer Baufachmesse «Swissbau 2010» die Branche nach Basel: 1’211 Aussteller präsentieren auf 140’000 Quadratmetern Trends und Produkte. Erwartet werden 120’000 Besuchende an den fünf Messetagen. Leitmotiv ist Energiesparen.
Aussteller aus 21 Ländern – bei der letzten Messe 2007 waren es 27 gewesen – präsentieren in vier Hallen Angebote zu den Schwerpunkten Rohbau und Gebäudehülle, Innenausbau, Technik und Baustelle sowie Konzept und Planung. Die Ausstellerzahl ist ebenfalls gesunken, um gut 10%; die Grossen seien aber alle wieder da, hiess es.
Der leicht gestiegene Auslandanteil von 18% belegt laut Messeleitung die internationale Ausstrahlung der Swissbau und die Attraktivität des Schweizer Marktes.
Aus Deutschland kommen 136 Aussteller, aus Italien 35. Die Terminverschiebung in gerade Jahre wegen der Münchner Messe «Bau» in ungeraden erlaube mehr Firmen zu kommen.
Erstmals bietet die Swissbau dieses Jahr der Immobilienwirtschaft eine eigene Plattform. Thematisch steht ferner der Sektor Badezimmer separat im Fokus. Neu im Swissbau-Programm ist zudem die Verleihung des Schweizer Umweltpreises.
Roter Faden ist erneut die Nachhaltigkeit. Zum Angebot gehören drei Sonderschauen zu den Themen Standortwahl und Ökobilanz, energieeffizientes Gebäude sowie Energie und Heizung. Am Swissbau-Zukunftsforum treten überdies der Soziologe Peter Sloterdijk und der Trendforscher Matthias Horx auf.
Erster prominenter Gast war indes bei der Eröffnung am Dienstag Bundespräsidentin und EVD-Vorsteherin Doris Leuthard. Sie erinnerte an die vorgezogenen Investitionen, mit denen der Bund die Krise abfedern wollte. Jetzt aber seien wieder private Bauinvestoren gefragt – insbesondere der Wohnungsbau sei derzeit sehr dynamisch.
Leuthard erklärte, dass in den Schweizer Zentren die Einwanderung «Treiber des Wohnungsmarktes» sei. Dort stiegen die Preise, und es sei daher nötig, die Ausnützung des knappen Raumes zu optimieren. Gefragt sei dabei indes auch die Planung, also die Politik.
Mit Verweis auf den Klimaschutz und den zunehmenden «Machtpoker» ums teurer werdende Erdöl sagte Leuthard, wer jetzt das Klima schütze, dessen Konjunktur profitiere in der Zukunft. Die Baubranche könne beitragen, von neuen Materialien bis zu besseren Abläufen. Bei Heizung, Strom und Wasser sei das Sparpotenzial gross.
Die Bundespräsidentin mahnte das Parlament, die CO2-Abgabe nicht zu blockieren: Daraus sollten künftig jährlich bis 200 Mio CHF für Energieeffizienz fliessen; das sichere Jobs und bringe Wachstum. Wenn hingegen wegen des Ortsbildschutzes Solarpanels in Ortszentren verhindert würden, «ärgert mich das», sagte Leuthard weiter.
Robert Keller, Präsident von bauenschweiz, warnte, in der Krise den Unterhalt von Bauten und Infrastruktur nicht zu vernachlässigen. In der Schweiz gehe es dabei um eine Summe von 30 bis 40 Mrd CHF im Jahr. Kellers Fazit lautete «Konsum, reduzieren, Investitionen anheben» – nicht als «Strohfeuer, sondern verstetigte Ausgaben».
rt

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