Basel und St. Gallen in der Krise
Das vor Beginn der Meisterschaft als Abstiegskandidat gehandelte Xamax Neuenburg schlägt Basel 1:0. St. Gallen zeigte bei der 1:6 Auswärtsniederlage gegen GC so etwas wie Auflösungs-Erscheinungen. Es ist nicht anzunehmen, dass in der Ost- und der Nordschweiz fussballerisch alles ruhig bleibt.
St. Gallen wird als Entschuldigung anführen, dass der Platzverweis von Lionel Gane (der übrigens zu Recht erfolgte) den Faden reissen liess. Basel wird wohl auch Gründe finden, für das Scheitern gegen den vermeintlichen «Underdog» Xamax Neuenburg (hat bereits vier Punkte mehr als Basel und liegt auf Platz 5). Doch das wird sicher im Fall von Basel nicht weiterhelfen. Auch die Erklärung, man habe zuviele Spiele (Meisterschaft und UI-Cup) kann nicht weiterhelfen.
Während man nach dem Aderlass von guten Spielern in St. Gallen hoffentlich realistisch bleibt und erst wieder eine Mannschaft formen muss, liegen die Dinge beim reichen FC Basel ganz anders.
Trainer Christain Gross sollte, Meister werden, doch Gross wird sich langsam fragen wie! Meister werden ist ein Muss mit dem schönsten Stadion und den treusten Fans im Rücken. In Basel dürfte man langsam heisse Köpfe kriegen. Nebenbei gesagt: St. Gallen und Basel liegen zur Zeit unter dem «Strich». Das heisst: man wäre nicht für die Finalrunde qualifiziert!
Luzern zeigte Reaktion
Die heissen Köpfe hatte man schon in Luzern nach dem total verpfuschten Meisterschafts-Auftakt. 3:15 Tore und einen einzigen Punkt liessen Luzern an den Schluss der Tabelle der Qualifikation fallen. Der Trainer wurde ausgewechselt und Manager Ponte auf den heissen Stuhl gesetzt.
Immerhin, gegen Servette Genf zeigte die Trotzreaktion Wirkung. Nach einem 0:1 Rückstand in der Pause, glichen die Luzerner in der 2. Halbzeit noch aus. Genauer gesagt glichen die Luzerner in der Nachspielzeit aus. Ausgerechnet der Neuzugang und oft Problemspieler Türkyilmaz feierte seinen Einstand mit dem Ausgleich in der 92 Minute. Damit dürfte Kubi bereits wieder Kultstatus erhalten in Luzern.
Zürich und Young Boys überraschen
Nachdem den Young Boys in Bern am Freitag das Stadion Wankdorf endgültig gesprengt wurde, sprengte Aufsteiger YB sich selber (fast) an die Tabellenspitze. Im Spitzenkampf vor über 10’000 Zuschauern im Ausweichstadion Neufeld, gewann Young Boys (Rang 3) gegen Sion (Rang 2) nach tollem Spiel 3:2 und liegt nun auf Platz 2 der Quali-Rangliste.
Ganz oben thront der FC Zürich. Der Trainerwechsel von Gilbert Gress zum ehrgeizigen und fussballbesessenen Georg Bregy geriet bislang zur Erfolgsstory. Nach dem Sieg über Aarau steht der Zürcher Stadtclub nach sechs Runden mit 14 Punkten an der Tabellenspitze.
Nicht fertig gespielt werden konnte die Partie Lugano – Lausanne. Das Spiel musste beim Stand von 3:0 für Lugano abgebrochen werden, so heftig hat es geregnet im Tessin. Lausanne wird dem Wettergott ein Opfer darbringen.
Urs Maurer
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