Beltrametti bleibt gelähmt
Der in der Weltcup-Abfahrt von Val d'Isère schwer gestürzte Bündner Silvano Beltrametti ist vom siebenten Brustwirbel abwärts gelähmt.
Dies verlautete aus dem Universitätsspital von Grenoble, wohin der 22-Jährige mit schweren Rückenverletzungen nach seinem Unfall geflogen worden war. Die Magnetresonanz-Untersuchung ergab den tragischen Befund.
Ausserdem stellten die Ärzte innere Blutungen im Bereich der Lunge fest, die noch Schlimmeres befürchten liessen. Inzwischen befindet sich der Bündner aber nicht mehr in Lebensgefahr. Sein Zustand ist stabil.
Beltrametti befand sich zwar unmittelbar nach seinem Sturz bei Bewusstsein und war ansprechbar, aber schon bald wurde deutlich, dass die Sache sehr ernst ist. Beltrametti spürte seine Beine nicht mehr und besass vom Brustkorb abwärts kein Gefühl.
Crash mit 100 km/h
Einen Tag nach seinem dritten Platz beim Super-G durchschlug der 21-Jährige Silvano Beltrametti nach einem Fahrfehler bei einem Tempo von über 100 km/h die Werbeplane und das Sicherheitsnetz der Rennstrecke im französischen Val d’Isère. Vermutlich waren die messerscharf geschliffenen Ski-Kanten Beltramettis dafür verantwortlich, dass er durch den Sicherheitszaun raste.
Rennen unterbrochen
Nach dem wegen der Hanglage technisch schwierigen Abtransport Beltramettis musste das Fangnetz repariert werden, so dass das Rennen erst nach einer Pause von 65 Minuten wieder aufgenommen werden konnte. Nach der Unterbrechung gelang es nur Stephan Eberharter bei schwerer werdenden Bedingungen und schlechter Sicht die bis dahin gültige Bestzeit des Italieners Kurt Sulzenbacher (2:00,06 Minuten) zu unterbieten.
In 1:59,89 sicherte sich der Routinier einen Tag nach seinem Erfolg im Super-G an gleicher Stelle seinen achten Weltcup-Sieg und untermauerte damit seine Ambitionen auf die führende Rolle im alpinen Ski-Weltcup in Abwesenheit seines verletzten Landsmanns und Dauerrivalen Hermann Maier.
Der Österreicher Michael Walchhofer (2:00,45) fuhr mit Startnummer 40 auf der eisigen Oreiller-Killy-Piste auf den dritten Platz und damit zu seinem besten Weltcup-Resultat. Der Schweizer Ambrosi Hoffmann wurde Vierter.
Der Erlös der Veranstaltung – man darf von etwa 1,2 Mio. Franken ausgehen – kommt der Stiftung Schweizer Sporthilfe zugute.
swissinfo und Agenturen
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