Borodin hüllte sich in Schweigen
Der frühere Kremlverwalter Pawel Borodin ist am Donnerstag (17.05.) in Genf mehrere Stunden lang zu Geldwäscherei-Vorwürfen einvernommen worden. Borodin hat dabei die Aussage verweigert.
Damit habe Borodin von seinem Recht Gebrauch gemacht, sagte sein Anwalt Dominique Poncet nach den Befragungen. Borodin war am Morgen im Genfer Justizpalast eingetroffen, wo er bis kurz nach Mittag in Anwesenheit seiner Anwälte von Untersuchungsrichter Daniel Devaud befragt wurde.
Bei den Einvernahmen wurde der Russe auch mit Aussagen von zwei Genfer Bankangestellten und einem Genfer Anwalt konfrontiert. Wie Borodins Anwalt Poncet im Anschluss an die Einvernahme sagte, machte sein Mandant keine Aussagen zu den Geldwäscherei-Vorwürfen.
Die Genfer Justiz wirft dem Vertrauten des früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin vor, Schmiergeld-Zahlungen der Tessiner Baufirmen Mabetex und Mercata in zweistelliger Millionenhöhe entgegengenommen und über die Schweiz gewaschen zu haben.
Nächste Anhörung im Juni
Laut Poncet wurde die nächste Einvernahme auf Anfang Juni angesetzt. Er ging davon aus, dass Borodin die Schweiz noch am Donnerstag wieder verlässt.
Borodin war in New York verhaftet und am vergangenen 7. April an die Schweiz ausgeliefert worden. Gegen Bezahlung einer Kaution von fünf Mio. Franken wurde er vier Tage später auf freien Fuss gesetzt. Er reiste noch am gleichen Tag wieder nach Russland und versprach, den Vorladungen von Devaud Folge zu leisten.
Die mehrstündige Befragung vom Donnerstag in Genf ist die erste seit der Freilassung Borodins. Die Genfer Anklagekammer hatte bei ihrem Haftentlassungs-Entscheid die Anklage gegen den 54-Jährigen auf Geldwäscherei reduziert und den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation mangels Beweisen fallen lassen.
Auch der Geldwäscherei-Vorwurf dürfte schwierig zu beweisen sein, hiess es damals. Russland hatte ein eigenes Verfahren gegen Borodin im letzten Dezember eingestellt.
swissinfo und Agenturen
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