Borodin in Genf: Das Schweigen geht weiter
Der ehemalige Kreml-Verwalter Pawel Borodin ist am Mittwoch (04.07.) erneut vor dem Genfer Untersuchungsrichter Daniel Devaud erschienen. Er schwieg auch bei der vierten Anhörung. Trotzdem soll Borodin Ende August erneut vorgeladen werden.
Laut den Anwälten des heutigen Staatssekretärs der Union Russlands und Weissrusslands wohnten der Anhörung drei weitere Angeklagte bei, zwei Bankiers und ein Anwalt. Der Richter verzichtete aber auf eine erneute Vorladung von Mabetex-Chef Behgjet Pacolli.
Borodin wird beschuldigt, rund 30 Mio. Dollar an Schmiergeldern der beiden Tessiner Firmen Mabetex und Mercata in der Schweiz gewaschen zu haben. Die Schmiergelder soll er für Renovationsaufträge im Kreml und Arbeiten am Präsidentenflugzeug Mitte der 90-er Jahre kassiert haben.
Bei der Anhörung soll es laut einem Beteiligten vor allem um die Bankkonten gegangen sein, auf welche die zweifelhaften Gelder geflossen waren. Dabei müssten Angeschuldigten einzelne Bankbelege interpretieren, die ihnen vorgelegt würden.
Nur eine Frage
Bei der ganztägigen Anhörung vom Mittwoch habe Devaud dem Russen nur eine einzige Frage gestellt, erklärte einer von Borodins Anwälten beim Verlassen des Justizpalastes. Am Dienstag waren es laut dem Anwalt drei Fragen gewesen. Er frage sich, warum man seinen Klienten dazu für eineinhalb Tage nach Genf kommen lasse.
Getreu seiner bisherigen Strategie machte Borodin auch am Mittwoch von seinem Schweigerecht Gebrauch. Sein Klient zeige mit seiner Präsenz, dass er gewillt sei, den Vorladungen Folge zu leisten, er habe aber keinen Grund, mit dem Richter zu sprechen, hatte einer seiner Anwälte am Dienstag erklärt.
Die russischen Ermittlungsbehörden hatten die Untersuchung gegen Borodin im vergangenen Dezember eingestellt. Der Ex-Kreml-Chef war am 17. Januar auf Grund eines Schweizer Haftbefehls in New York verhaftet und am 7. April nach Genf ausgeliefert worden. Gegen eine Kaution von 5 Mio. Franken wurde er nach wenigen Tagen freigelassen.
swissinfo und Agenturen
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