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Cuomo zahlte «aus Freundschaft»

Ein Gerichtszeichner zeichnet im Strafgericht Lugano eine Skizze von Gerardo Cuomo. Keystone

Im Tessiner Korruptionsprozess sind die Finanzgeschäfte der beiden Angeklagten und ihre Verbindungen mit dem mutmasslichen Mafiaboss Francesco Prudentino weiter aufgehellt worden.

Gestützt auf die Aussagen der beiden Angeklagten und die im Gerichtssaal vorgespielten Telefongespräche wurde der Ex-Präsident des Tessiner Strafgerichts, Franco Verda, von Prudentino offenbar nicht finanziell unterstützt.

Vielmehr war es der mitangeklagte, mutmassliche Zigarettenschmuggel-Boss Gerardo Cuomo, der tief in die Taschen griff und Verdas heutige Frau, Desiree Rinaldi, im Hinblick auf die Sanierung der Mineralwasser-Fabrik San Bernardino mit rund einer halben Mio. Franken unterstützte. Er habe dies getan, um die Freundschaft mit Verda zu retten, sagte er am Donnerstag (21.06.).

Der mutmassliche Mafiaboss Prudentino, der sich ursprünglich für die Teilfreigabe eines gesperrten Millionen-Vermögens im Tessin mit 800’000 Franken bei Verda erkenntlich zeigen sollte, war aus einer nur vage ausgehandelten Vereinbarung ausgestiegen und wollte sich auch bei seiner Einvernahme am Mittwoch nicht mehr konkret daran erinnern.

Er habe die Beziehung zu Verda nie ausgenutzt, um diesen in irgendeiner Form zu beeinflussen und die Freigabe anderer gesperrter Konten zu beschleunigen, sagte Cuomo am Donnerstag. Das Geld, das er an Rinaldi für die Sanierung der Mineralwasserquelle überwiesen hatte, habe er nur aus Freundschaft bereit gestellt.

Verda soll Cuomo ständig über das Verfahren im Zusammenhang mit den gesperrten Prudentino-Geldern informiert haben. Dabei soll zwischen Cuomo und Prudentino auch eine Vereinbarung getroffen worden sein, wonach der mutmassliche Boss der Apulischen Mafia «Sacra Corona Unita» die Hälfte der freizugebenden Summe von 1,6 Mio. Franken zur Verdas Verfügung in der Schweiz belassen sollte.

Als eine Sicherheitskassette in einer Luganeser Bank jedoch leer vorgefunden wurde, soll sich Verda gemäss einem aufgezeichneten Telefongespräch bei Cuomo beklagt haben. «Dieser Gauner hat uns alle an der Nase herum geführt», sagte er gemäss dieser Aufzeichnung. Auf die Frage, weshalb er Cuomo nicht schon früher als «Gauner» eingestuft habe, sagte Verda am Donnerstag: «Cuomo hat mir gesagt, dass dieser lediglich ‚in Zigaretten‘ mache, das hat mich beruhigt».

Die Plädoyers von Anklage und Verteidigung sollen am Freitag beginnen, das Urteil gegen die beiden Angeklagten Franco Verda und Gerardo Cuomo soll frühestens am Montag

swissinfo und Agenturen

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