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Dario Frigo gewinnt die Tour de Romandie

Der Tour-Sieger Dario Frigo in voller Fahrt Keystone

Auch die 55. Tour de Romandie stand im Zeichen der italienischen Rennfahrer: Dario Frigo gewann ein Jahr nach Paolo Savoldelli die Gesamtwertung, zudem gingen fünf der sechs Tagessiege aufs Konto der Italiener. Die Schweizer erfüllten die hohen Erwartungen nicht.

Als bester Schweizer beendete der 25-jährige Sven Montgomery die Rundfahrt auf Platz 6. Der Berner Oberländer Bergfahrer war der einzige Schweizer, der in den Steigungen bis am Ende mithalten konnte. Am Samstag allerdings liess Montgomery in der Königsetappe in Nendaz VS das taktische Kalkül etwas vermissen. Nach einer couragierten Fahrt verpasste er seinen ersten Sieg als Profi hinter Gilberto Simoni (It) und Manuel Beltran (Sp) um drei Sekunden.

Die Sprinter auf der Hut

Am Sonntag (13.05.) nahmen die Sprinter im finalen Teilstück zwischen Saxon und Genf (178 km) ihre einzige Chance in der Tour de Romandie 2001 wahr. Die Mannschaften mit dem endschnellen Fahrern liessen keine Ausreisser gewähren, sodass es in Genf zum ersten Massensprint in diesem Jahr kam. Erwartungsgemäss setzte sich dabei zum dritten Mal in Folge auf dem Quai du Mont Blanc Mario Cipollini durch. Der Italiener hat damit insgesamt schon zwölf Etappensiege auf dem Konto. Der Gesamterste Frigo wurde in der Schlussetappe wie erwartet nicht mehr behelligt.

Kritische Momente hatte der 28-jährige Frigo freilich im 13,5 km langen Schlussaufstieg 24 Stunden zuvor zu überstehen. Knapp 5 km vor dem Ziel geriet er in der Spitzengruppe in Not, als sein Teamkollege (!) Wladimir Belli (It) in die Offensive trat. Belli wurde aber zurückbeordert und führte seinen Captain wieder an die Vorhut heran. Profiteur eines Einbruchs von Frigo wäre der spanische Routinier Felix Garcia Casas (33) gewesen, der die Tour mit schliesslich 43 Sekunden als Zweiter beschloss.

Sieg von Frigo stand schon früh fest

Garcia Casas vermochte den Leader im Endkampf der 4. Etappe um nur drei Sekunden zu distanzieren, womit schon in Nendaz so gut wie fest stand, dass der aus Varese stammende Frigo nach Paris-Nizza bereits in der ersten Saisonhälfte eine zweite bedeutende Rundfahrt gewinnen würde. In der Königsetappe hatte Frigo vor allem die Hitze zu schaffen gemacht. «Ich musste diesmal viel mehr leiden als bei Paris-Nizza, weil mir hohe Temparaturen enorm zu schaffen machen», sagte der Gesamtsieger.

Frigo ist zwar bereits seit 1995 Profi, Resultate von Bedeutung verbucht er allerdings erst seit dem letzten Jahr (unter anderem als Gesamtzweiter der Tour de Suisse). Wie bei schon vielen anderen Rennfahrern stellte sich auch bei Frigo der Erfolg erst ein, als er in die Obhut des kompromisslosen Sportlichen Leiters Giancarlo Ferreti kam. Mit der Ankunft in Genf ging für Frigo die Zeit im Scheinwerferlicht zunächst allerdings zu Ende. Im Giro d’Italia, der am nächsten Samstag in Pescara beginnt, hat der Sieger der Tour de Romandie in der Equipe Fassa Bortolo Helferdienste für den Weltranglisten-Ersten Francesco Casagrande zu leisten.

Energiebündel Montgomery

Als Captain zum Giro wird in der Mannschaft von Oscar Camenzind hingegen Simoni (30) starten, der Gewinner der Königsetappe. Der zweifache Giro-Gesamtdritte bestand den Formtest in Wallis mit Bravour und stand dabei auch Montgomery vor dem Licht. Der Schweizer war im harten Finale der aktivste Fahrer gewesen, griff mehrmals an, konterte Gegenattacken, musste aber mit Platz 3 vorlieb nehmen. «Wahrscheinlich fehlen mir noch die Routine und die Kaltblütigkeit, um in solchen Situationen zu reüssieren», sagte Montgomery, der in diesem Sommer schon zum zweiten Mal zur Tour de France starten wird.

Camenzind verlor am Samstag gut eine Minute, konnte sich aber über den Sieg von Simoni freuen und rettete im Gesamtklassement wenigstens den Platz unter den ersten Zehn. Der frühere Weltmeister hatte die Aussichten auf den Tour-Sieg schon im Zeitfahren vom Freitag preisgeben müssen. Erneut erstaunlich gut hielt sich in der Königsetappe der 25-jährige Berner Reto Bergmann aus dem Post-Swiss-Team, der zeitgleich mit dem früheren Giro-Sieger Pawel Tonkow (Russ) als 14. in Nendaz eintraf.

swissinfo und Daniel Good (sda)

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