Duell Zülle gegen Jekimow zum Auftakt?
Am Dienstag (19.06.) nehmen 136 Radprofis aus 17 Sportgruppen die 65. Tour de Suisse in Angriff. Erstmals wird im Ausland gestartet. Beim Prolog-Zeitfahren im deutschen Rust stehen die Zeitfahren-Spezialisten im Vordergrund.
Dem letztjährigen Gesamtsieger Oscar Camenzind wird die Strecke mit Start und Ziel beim Europapark kaum behagen. Trotz den neun Richtungs-Änderungen dürfte dem Schwyzer der Parcours technisch zu wenig anspruchsvoll sein.
Camenzind war vor vier Jahren Sieger des Prolog-Zeitfahrens in Romanshorn, als die Fahrer beinahe akrobatische Einlagen zu liefern hatten, um den Weg vom Start ins Ziel zu finden.
Zeitfahr-Spezialisten im Vorteil
In Rust werden vielmehr die Spezialisten von Prüfungen gegen die Uhr im Vordergrund stehen. Da ist in erster Linie Alex Zülle zu nennen, der vor sechs Jahren in Bellinzona über 7,1 km Tony Rominger um winzige 0,78 Sekunden hinter sich liess.
Bei Olympiasieger Wjatscheslaw Jekimow ist die Einschränkung anzubringen, dass derzeit noch unklar ist, welche Ziele der Russe verfolgt. Ist er wie sein Teamcaptain Lance Armstrong nur trainingshalber in der Schweiz, oder will er sich einem ernsthaften Formtest unterziehen?
Beim US Postal-Team ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Victor Hugo Peña (Kol), der letztes Jahr das völlig flache Giro-Zeitfahren in Bibbione für sich entschied.
Ein ernst zu nehmender Gegner ist im Team Lampre von Oscar Camenzind zu finden: Der Lette Raivis Belohvosciks war letztes Jahr im TdS-Zeitfahren in Sierre siegreich und erreichte auch vergangenen Samstag in der Prüfung gegen den Sekundenzeiger in der Luxemburg-Rundfahrt den 1. Platz.
Noch ein Anwärter auf Gesamtsieg
In der Zwischenzeit ist der Kreis der Anwärter auf den Gesamtsieg um Paolo Savoldelli erweitert worden. Der Italiener fiel im Giro d’Italia zwar schon bei der ersten Berg-Ankunft nach einem Defekt aus der Entscheidung und quälte sich danach mit einer Bronchitis über die weiteren Etappen. Er zeigte dann jedoch im zweitletzten Teilstück in Arona als Zweiter hinter Gilberto Simoni, dass er seine Kräfte wiedergefunden hat.
Auch Giro-Sieger Simoni bestreitet die Schweizer Rundfahrt. Dies, obwohl er zuerst ein reduzierteres Rennprogramm und die Teilnahme an der Tour de France geplant hatte.
swissinfo und Agenturen
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