Explosionsartige Ausbreitung der Grippeepidemie in der Schweiz
Die Grippeepidemie hat sich in der Schweiz in der letzten Woche 1999 geradezu explosionsartig ausgebreitet und wird in diesem Winterhalbjahr vermutlich einen neuen Höhepunkt erreichen.
Die Grippeepidemie hat sich in der Schweiz in der letzten Woche 1999 geradezu explosionsartig ausgebreitet und wird in diesem Winterhalbjahr vermutlich einen neuen Höhepunkt erreichen. So erfolgten im Schnitt bereits 6,3 Prozent aller Arztbesuche wegen Grippe, in der Vorwoche waren es laut Grippenzentrum erst 2,45 Prozent.
Bereits in der Weihnachtswoche hatten die Grippefälle weiter zugenommen, und die Epidemieschwelle von 1,5 Prozent derArztbesuche wurde erstmals im Winterhalbjahr in allen sechs Landesregionen überschritten. In der Woche 52 seien die Grippezahlen in der ganzen Schweiz nun geradezu explodiert, wobei noch immer beträchtliche regionale Unterschiede bestünden, sagte Werner Wunderli, Leiter des Grippezentrums am Zentrallabor für Virologie des Genfer
Kantonsspitals am Donnerstag (06.01.).
An der Spitze liegt laut Wunderli weiterhin die Region Genf – Waadt – Wallis – Neuenburg, wo der Anteil Arztbesuche wegen Grippe innert Wochenfrist von 3,76 Prozent auf 8,2 Prozent hochschnellte. In der Region Bern – Freiburg – Jura sind es 7,68 Prozent (Vorwoche: 3,28 Prozent). Für die beiden Basel, Aargau und Solothurn liegt der Wert bei 5,5 Prozent (1,75 Prozent) und in den Kantonen der Zentralschweiz bei 3,5 Prozent (2,61 Prozent). Mehr als verdreifacht hat sich der Epidemiewert mit 4,4 Prozent (1,39 Prozent) in der Region Zürich und Nordostschweiz. Tief in der Grippe stecken sodann bereits die Kantone Graubünden und Tessin, wo 7,7 Prozent (2,0 Prozent) aller Arztbesuche wegen Influenza A oder des Subtyps A H3N2 erfolgten.
Für die ganze Schweiz ergibt sich damit eine Durchschnitt von 6,31 Prozent, verglichen mit 2,45 Prozent in der Vorwoche. «Die Werte entsprechen einem steilen Anstieg, und sie streben vermutlich einen neuen Höhepunkt zu», sagte Wunderli. Die kommenden zwei Wochen würden Aufschluss geben, ob der höchste Landesdurchschnitt des Vorjahres von 7,3 Prozent übertroffen werde. In der Romandie sei der Vorjahres-Höhepunkt von 8,0 Prozent immerhin bereits übertroffen worden.
Als dramatisch taxierte Wunderli die aktuelle Lage vorerst nicht. Es handle sich um eine aktive Grippe mit vielen Kranken und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Der Grippetyp sei zugleich durch die Impfung gut abgedeckt. Es sei zudem ein bekanntes Phänomen, dass sich die Grippe auf tiefem Niveau einpendle und dann auf einmal losbreche.
SRI und Agenturen
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