Fussball: Blatter will lückenlos antworten
Der Präsident des Fussball-Weltverbandes (FIFA), Joseph Blatter, will den von der Europäischen Fussball-Union geforderten Katalog von 25 Fragen lückenlos beantworten. Zu diesem Zweck reist der Schweizer am Donnerstag (21.06.) zu UEFA-Präsident Lennart Johansson nach Stockholm.
«Die ersten 18 Fragen habe ich alle schon beantwortet, und die restlichen werde ich ihm beantworten», sagte Blatter vor seiner Abreise. Die Initiative zu diesem Treffen sei von ihm ausgegangen, betonte Blatter: «Ich gehe allein.»
Stillos
Harsche Kritik äusserte Blatter an der Vorgehensweise der UEFA, die ihren Fragen-Katalog an die Öffentlichkeit lanciert hatte und zuletzt am Dienstag die Beantwortung in einer Presseerklärung angemahnt hatte. «Das war stillos. Ich bin davon überzeugt, dass diese Handllungsweise sicher nicht auf seine Initiative zurückzuführen ist», meinte Blatter nach einem Telefongespräch mit Johansson.
Aigner könnte Drahtzieher sein
Der Schwede war aus gesundheitlichen Gründen nicht zu der ausserordentlichen Sitzung der FIFA-Exekutive in der vergangenen Woche nach Zürich gekommen. Blatter vermutet vielmehr den UEFA- Generalsekretär Gerhard Aigner als Drahtzieher der jüngsten Offensive.
In der UEFA-Mitteilung vom Mittwoch hatte Johansson eine «neue transparente Vorgehensweise der FIFA gerade in wichtigen Wirtschaftsfragen gefordert». Nach dem Konkurs des langjährigen Marketing-Partners ISL/ISMM waren die FIFA und ihr Präsident Blatter in den Verdacht von Korruption, Untreue und Schiebereien geraten.
Blatter wies am Mittwoch erneut alle Vorwürfe zurück. Allerdings wollte er nicht kategorisch ausschliessen, dass führende FIFA- Mitglieder nicht doch bestochen worden seien. «Ich kann mich weder für andere ausdrücken noch verantwortlich machen», sagte Blatter. «Jeder hat seine eigenen ethisch-moralischen Auffassungen. Und jeder Mensch hat sein eigenes Gewissen.»
Vielleicht ging nicht alles mit rechten Dingen zu
Blatter wollte auch nicht ausschliessen, dass es bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland Unregelmässigkeiten gegeben habe. Der Deutsche Fussball-Bund hatte sich vor knapp einem Jahr hauchdünn mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durchgesetzt, weil sich der Neuseeländer Charles Dempsey der Stimme enthalten hatte.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch