Je länger die Saison, desto stärker die Schweizer
Didier Cuche gewann beim Weltcup-Finale in Zauchensee den Super-G und feierte den ersten Schweizer Sieg in dieser Disziplin seit 10 Jahren.
Den letzten Erfolg errang Paul Accola im März 1992 im japanischen Morioka. Und dieser Accola trug mit einem 14.Platz auch zum besten Schweizer Team-Ergebnis im Super-G seit einem Jahrzehnt bei.
Mit Didier Defago (6.), Tobias Grünenfelder (9.) und Ambrosi Hoffmann (10.) kamen drei weitere Schweizer in die Top Ten. Die Schweizer sind in ihrer einstigen Sorgen-Disziplin zu einem Ernst zu nehmenden Konkurrenten für das Austria-Team geworden.
Überfälliger Sieg
Wenn ein Sieg überfällig war, dann dieser von Didier Cuche. «Ich bin schon so oft knapp Zweiter geworden, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es einmal klappt», sagte der Neuenburger, der in Val d’Isère um vier Hundertstel und in Garmisch um zwei Hundertstel diesen historischen Super-G-Sieg verpasste.
Trotz diesem Erfolg und fünf Podestplätzen in sechs Rennen reichte es zum Disziplinen-Weltcup nicht ganz – 44 Punkte fehlten ihm. «Diese habe ich am letzten Wochenende in Kvitfjell vergeben, wo ich zu wenig aggressiv fuhr», bedauert Cuche.
In Norwegen hatte er sich mit einem 10. Platz begnügen müssen. Die Kristallkugel ging deshalb an den viert klassierten Stephan Eberharter, wie schon jene im Gesamt-Weltcup und in der Abfahrt.
Das Versprechen der 77er-Generation
Im Sog von Didier Cuche blühten auch auch die jungen Schweizer auf. Defago und Jürg Grünenfelder gehören dem Jahrgang 1977 an und repräsentieren das Nationalteam von Morgen.
Didier Defago, der vor einer Woche in Kvitfjell als Zweiter den ersten Podestplatz seiner Karriere erreichte, bestätigte sich mit einem 6.Platz: «Nach gutem Saisonstart nimmt der Winter nun auch ein zufrieden stellendes Ende», sagte der Romand. «Schade, dass ich mich zwischendurch an der Schulter verletzt habe.»
Den grössten Sprung machten Jürg Grünenfelder und «Amba» Hoffmann. «Grüeni III» erzielte als 9. sein zweites Top-Ten-Ergebnis im Super-G und rückt damit sogar in die erste Gruppe der Weltcup-Startliste vor.
Hoffmann seinerseits war im Super-G überhaupt noch nie so gut und streift dank seinem 10. Platz die 400-Punkte-Grenze. «Schade um die fehlenden 23 Punkte», bedauert der Abfahrtszweite, «die hätte ich in einer Kombination leicht holen können.» Im Riesenslalom, wo er in dieser Verfassung ebenfalls wieder ein Thema werden könnte, macht ihm das beispielsweise über 30 Startplätze aus.
swissinfo und Agenturen
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