Olympia 2002 hat begonnen – über 110 Schweizer Sportler mit dabei
Für die Spiele in Salt Lake City rechnen die Verantwortlichen mit rund 110 - 120 Athletinnen und Athleten aus 15 Sportarten. Insgesamt wird die Schweizer Olympiamission etwa 210 Personen umfassen.
Die nächsten olympischen Winterspiele haben für die Schweizerinnen und Schweizer am letzten Wochenende begonnen: 90 Athletinnen und Athleten sowie die gleiche Anzahl Trainer und Funktionäre fanden sich in Magglingen zum Olympia-Treff Salt Lake City 2002 ein.
Sportminister Samuel Schmid hatte die Zusammenkunft eröffnet, Missionschef Hansjörg Wirz formulierte die Zielsetzung für 2002: «Mit gutem
Teamgeist wollen wir das Gesamtergebnis von Nagano verbessern.»
«Starkes Potenzial vorhanden»
Bei den Winterspielen 1998 in Japan hatte es 2 Gold-, 2 Silber- und 3 Bronzemedaillen gegeben, an den Weltmeisterschaften des vergangenen Winters mit olympischen Disziplinen 6 Gold-, 3 Silber- und 3 Bronzemedaillen. «Für den kommenden Olympiawinter ist ein starkes Potenzial vorhanden», sagte Wirz. «Aber dieses kann nicht im bekannten Umfeld der WM und EM, sondern muss unter schwierigeren Bedingungen, jenen der Olympischen Spiele, ausgeschöpft werden.» Das Magglinger Wochenende unter dem Motto «All together for success» (gemeinsam zum Erfolg) diente als Schritt dazu.
Mehr denn je zuvor: 110 – 120 Aktive
Bobpilot Christian Reich, dreifacher Olympiateilnehmer und mehrfacher WM-Medaillengewinner, lobte die Vorbereitungen der Leute um Hansjörg Wirz, die guten Informationen im Hinblick auf die Winterspiele und die Möglichkeit zu Kontakten unter den Athleten der verschiedenen Sparten. «Die Erfahrung zeigt», sagte Wirz, «dass bei Olympischen Spielen jene Nationen am besten abschneiden, denen es gelingt, sich mit den speziellen Rahmenbedingungen abzufinden.»
Wirz rechnet mit einer rund 210-köpfigen Olympiamission mit rund 110 – 120 Athletinnen und Athleten aus 15 Sportarten. Dies ergäbe das grösste Schweizer Team aller bisherigen Winterspiele, «das erfreulicherweise auch eine Mannschaftssportart enthält», so Wirz, nämlich das Eishockey.
Die Schweizer Missionsleitung geht davon aus, dass die Spiele gut organisiert sein werden, und die organisatorischen Vorbereitungen der Schweizer Mannschaft sind weit gediehen. Noch ist unklar, wie die Verkehrsströme bei den Spielen geleitet werden; davon hängen noch einige Entscheide der Schweizer bezüglich Miete von Aussenquartieren ab. Auch diesbezüglich ist der Dachverband Swiss Olympic mit dem Schweizer Olympia-Attaché Hans Füegi, der seit 20 Jahren in Park City lebt und drei Restaurants in der Region betreibt, ständig in Kontakt.
Motivationskünstler Ralph Krueger
Bereits wurden vier Privathäuser bei Snowbasin für die Speed-Disziplinen der Alpinen sowie zwei private Häuser für die Langläufer in Soldier Hollow gemietet, wie Werner Augsburger, der Technische Direktor von Swiss Olympic, erklärte.
Übers Wochenende waren bei der Eidgenössischen Sportschule in Magglingen Wettkämpfer aus allen 15 für Salt Lake City vorgesehenen Sportarten vertreten, mit Ausnahme der alpinen Männer, die von ihrem Chef Dieter Bartsch entschuldigt wurden: «Fast alle stecken in Kursen.» Sichtbare Zeichen der Zusammengehörigkeit setzte Eishockey-Nationalcoach Ralph Krueger auf seine besondere Art als Motivationskünstler. Swiss-Olympic-Präsident Walter Kägi hob die Arbeit am Teamgeist hervor und zeigte sich zuversichtlich: «DasSwiss Olympic Team wird Substanz haben.»
Bundesrat Schmid: Sieg nicht um jeden Preis
Bundesrat Samuel Schmid, der sich bei seinem Besuch u.a. von Bobfahrer Reto Götschi, Skirennfahrerin Sylviane Berthod und Eishockeyspieler Jean-Jacques Aeschlimann über deren Vorbereitungen informieren liess, forderte die Athleten auf, einen «gesunden Ehrgeiz» auszuleben (und erteilte dabei indirekt dem Dopingmissbrauch eine Absage). «Wir brauchen faire, saubere, ehrliche und vor allem glaubwürdige Sportler. Unser Ziel darf es nicht sein, Höchstleistungen um jeden Preis zu erbringen, sondern das Höchste zu leisten, was wir mit fairen Mitteln erreichen können», sagte Bundesrat Schmid.
swissinfo und Peter A. Frei (SI)
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