Pandemie-Impfung entzweit Bund und Kantone
Die Kontroverse rund um die Schweinegrippeimpfung geht weiter: Dass BAG-Direktor Thomas Zeltner eine Zentralisierung von Pandemieimpfungen ins Auge fasst, stösst bei den Kantonen auf wenig Verständnis. Derweil hat der Bund eine neue Aufgabe für die Armee gefunden.
Der Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat am Samstag in der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio DRS Probleme bei der Schweinegrippeimpfung eingeräumt.
Nach der laufenden Impfkampagne will das BAG deshalb mit den Kantonen zusammensitzen und über eine Zentralisierung solcher Impfungen diskutieren, so Zeltner.
Zwar seien die Kantone für die Gesundheitsversorgung verantwortlich. Es habe sich jetzt aber wieder gezeigt, dass derart kleinräumige Unterschiede doch auch Fragen aufwürfen.
Anfang dieser Woche hatte sich Zeltner noch gegen den Eindruck gewehrt, der Ablauf der Impfung sei chaotisch.
Er glaube nicht, dass die Feinverteilung zentralisiert organisiert werden könne, sagte Carlo Conti, Vizepräsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Das Problem bei der Schweinegrippe sei der Impfstoffmangel. Zudem brauche es bessere Absprachen in der Logistik.
Der Bund hat derweil eine neue Aufgabe für die Armee gefunden: Bundesangestellte sowie ausländische Diplomaten in der Schweiz können sich in der zweiten Phase der Impf-Aktion kostenlos von Armeeärzten impfen lassen.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch