Sauber-Fahrt endet vorzeitig
Die beiden Sauber-Fahrer Felipe Massa und Nick Heidfeld schieden in Melbourne nach Kollisionen in der 1. Runde aus. Den Grand Prix gewann Michael Schuhmacher.
Der Saisonauftakt zur Formel-1-WM geriet zur Farce: Acht Fahrern wurde schon die erste Kurve zum Verhängnis, und nach den 58 Runden befanden sich nur noch acht Autos auf der Strecke. Juan Montoya im Williams-BMW und Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes beendeten das Rennen als einzige in der gleichen Runde wie Schumacher.
Die restlichen WM-Punkte gingen an krasse Aussenseiter: Eddie Irvine im Jaguar, den Formel-1-Mark Webber im Minardi und Mika Salo für das ebenfalls debütierenden Toyota-Team.
Das frühe Ausscheiden traf das Sauber-Team besonders hart, weil sich Massa und Heidfeld am Samstag für die aussichtsreichen Startplätze 9 und 10 qualifiziert hatten. Sie brillierten auch im sonntäglichen Warm-up als Sechster und Siebenter, so dass WM-Punkte durchaus in Reichweite lagen.
Massive Blechschäden bei Massenkollision
Das Verhängnis nahm seinen Lauf, als Ralf Schumacher dem aus der Pole-Position gestarteten Rubens Barrichello ins Heck knallte. Der Brasilianer hatte auf den ersten Metern nicht nur mehrmals die Fahrspur gewechselt, sondern stand danach auch noch ungewöhnlich früh auf die Bremse. Ralf Schumacher rammte den Vordermann, stieg im Williams-BMW über den Ferrari hinweg und segelte meterweit durch die Luft.
Im allgemeinen Durcheinander touchierte Heidfeld auf der Suche nach einer Lücke Giancarlo Fisichella. Der Jordan-Honda drehte sich und traf dabei den andern Sauber mit Massa, der mit einem vorzüglichen Start bereits am Italiener vorbei gekommen war.
Die beiden Sauber-Wagen wurden ziemlich stark beschädigt; sie hätten nicht rechtzeitig repariert werden können, wenn das Rennen abgebrochen und neu gestartet worden wäre. Massa hätte immerhin in den Ersatzwagen umsteigen können; der Brasilianer hatte sich das Privileg mit dem besseren Startplatz gegenüber Heidfeld gesichert.
Die weiteren Leidtragenden des Zwischenfalls waren Button, Panis und McNish, womit das Feld bereits um mehr als ein Drittel dezimiert war.
Enttäuschte Sauber-Fahrer
«Dass mein erster Grand Prix so schnell zu Ende gehen würde, hätte ich nicht gedacht», sagte Massa. «Als ich den Wirrwarr in der ersten Kurve sah, wich ich auf die Innenseite aus und glaubte schon, heil davon gekommen zu sein. Aber dann erwischte mich Fisichella von hinten.» Heidfeld hatte vergeblich einen Ausweg über die Innenseite der Kurve zu nehmen versucht. «Fisichellas Absicht war offensichtlich die selbe gewesen. Da gabs für mich kein Entrinnen mehr.»
Schuhmacher zieht vorne weg
Michael Schumachers Weg zum 54. Grand-Prix-Sieg war geebnet, als die Startklippen umschifft und die anfänglich vor ihm liegenden Montoya, Coulthard und Trulli überholt waren. Nachdem Coulthard sogar hinter dem Führungswagen ins Gras gerutscht war, weil er keinen Gang mehr gefunden hatte, leisteten Montoya und vor allem Trulli im Renault dem Weltmeister zunächst erbitteren Widerstand. Je länger das Rennen dauerte, desto deutlicher wurde aber die Überlegenheit Schumachers. Bei Temperaturen um 20 Grad hafteten die Bridgestone-Reifen besser als die Michelins am Williams und am Renault.
«Ein perfekter Saisonstart, den wir niemals erwartet hatten», freute sich Schumacher.
swissinfo und Agenturen
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