Schweizer Haftbefehl gegen Mitarbeiter von Elf-Aquitaine
Die Schweiz hat gegen den früheren Mitarbeiter des französischen Unternehmens Elf-Aquitaine, Alain Guillon, Haftbefehl erlassen. Sie wirft ihm Betrug und Geldwäsche vor, wie die Anklagekammer in Genf am Mittwoch (02.02.) mitteilte.
Die Schweiz hat gegen den früheren Mitarbeiter des französischen Unternehmens Elf-Aquitaine, Alain Guillon, Haftbefehl erlassen. Sie wirft ihm Betrug und Geldwäsche vor, wie die Anklagekammer in Genf am Mittwoch (02.02.) mitteilte.
Die Schweiz erliess den Haftbefehl gegen Guillon und einen weiteren ehemaligen Elf-Aquitaine-Mitarbeiter, Hubert Leblanc- Bellevaux, bereits letzten Mittwoch. Beide Haftbefehle stehen im Zusammenhang mit mutmasslichen Unregelmässigkeiten beim Verkauf der Leuna-Werke an das französische Unternehmen Elf-Aquitaine. Beide Mitarbeiter waren enge Berater des früheren Elf-Chefs Loik Le Floch-Prigent.
Geld aus unbekannter Herkunft
Auf Veranlassung des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand sollen nach unbestätigten Medienberichten wegen des Leuna-Geschäfts 1994 mehr als 30 Millionen Mark in den CDU- Wahlkampf geflossen sein. Guillon sitzt derzeit in französischer Untersuchungshaft. Vor drei Wochen verlautete dort aus Justizkreisen, die Behörden hätten herausgefunden, dass auf Schweizer Bankkonten Guillons hohe Geldsummen unbekannter Herkunft eingezahlt worden seien. Im Zusammenhang mit dem Leuna-Kauf habe Guillon zudem Provisionszahlungen bewilligt.
Keine Hinweise auf CDU-Wahlkampfhilfe
Die französische Justiz untersucht die Aktivitäten von Elf in der Zeit, als die Firma noch in Staatsbesitz war. Dazu gehören auch angebliche Kommissionszahlungen im Zusammenhang mit dem Leuna- Verkauf. Die Staatsanwaltschaft in Paris hatte am Montag erklärt, bislang gebe es keine Hinweise auf eine finanzielle Wahlkampfhilfe Elf Aquitaines an die CDU.
Eine Auslieferung der beiden ehemaligen Elf-Mitarbeiter an die Schweiz gilt als unwahrscheinlich, da Frankreich eigene Staatsangehörige nicht ausliefert.
SRI und Agenturen
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