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VBS kommt nicht zur Ruhe

Ex-Geheimdienstchef Peter Regli (Bild) und sein verstorbener Verbindungsmann zum südafrikanischen Apartheidregime, Jürg Jacomet, lassen das VBS nicht zur Ruhe kommen. Keystone

Der in Geschäfte mit Südafrika verwickelte Waffenhändler Jürg Jacomet war in einem der höchsten Stäbe der Schweizer Armee eingeteilt. Er hatte Zugang zu geheimen Daten.

Jacomet sei 1990 in den Stab des Kommandos der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen eingeteilt worden, sagte Oswald Sigg, Sprecher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), am Sonntag auf Anfrage und bestätigte einen entsprechenden Bericht des «Sonntagsblicks».

Der 1998 verstorbene Waffenhändler sass rund zwei Jahre als Milizoffizier in dem vorwiegend von Berufsoffizieren besetzten Stab. Mitglieder des Kommandos, deren Namen nicht veröffentlicht werden, haben Zugang zu als vertraulich oder geheim klassifizierten Daten der Schweizer Armee.

Leumund überprüft

Bei künftigen Mitgliedern des Kommando-Stabes wird der Leumund überprüft. Weshalb der Waffenhändler dennoch in den Stab befördert wurde, ist unklar. Denkbar ist laut Sigg, dass die Überprüfung damals nichts zu Tage brachte.

Die Bedeutung von Jacomets militärischer Funktion für seine Geschäfte und für die umstrittenen Verbindungen des Schweizer Geheimdienstes zum südafrikanischen Apartheidregime seien Gegenstand der laufenden Administrativ-Untersuchung, sagte Sigg weiter.

Verbindungsmann von Regli

Jürg Jacomet gilt als Verbindungsmann des ehemaligen Geheimdienstchefs Peter Regli zum Apartheidregime in Südafrika. In die Zeit seiner Mitgliedschaft im Kommando-Stab fällt ein Treffen Reglis mit dem als «Dr. Tod» bekannten damaligen Leiter des südafrikanischen B- und C-Waffen-Programmes, Wouter Basson. Jacomet soll dieses vermittelt haben.

Basson sagte vor Gericht in Südafrika gegen Jacomet aus. Demnach soll er an der Besorgung einer halben Tonne der Droge Mandrax in Russland beteiligt gewesen sein und dabei Gelder abgezweigt haben. 1993 deponierte Jacomet in Osteuropa beschafftes Uran 238 auf einem Autobahn-Rastplatz im Kanton Zürich.

Die GPK-Delegation des Schweizer Parlamentes hatte 1999 Reglis Beziehung zu Jacomet als «problematisch» bezeichnet. Im VBS läuft seit vergangenem Herbst eine Administrativ-Untersuchung zu Peter Regli und seinen Beziehungen zu Südafrika.

swissinfo und Agenturen

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