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So erleben SRF-Auslandredaktionen die Grenzen der Pressefreiheit

Die Presse- und Medienfreiheit sagt viel über die Zustände in einem Land aus.
Die Presse- und Medienfreiheit sagt viel über die Zustände in einem Land aus. Keystone/Denis Farrell

Gemäss Reporter ohne Grenzen schrumpft die Pressefreiheit vielerorts. SRF-Korrespondenten und -Redaktorinnen erzählen, wie sie das in ihrem Berichterstattungsgebiet erleben.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat eine neue Rangliste der PressefreiheitExterner Link herausgegeben. Mit Presse ist die gesamte Medienlandschaft gemeint. Zusammenfassend schreibt die Organisation, dass die Pressefreiheit 2026 einen historischen Tiefstand erreicht habe: «Zum ersten Mal liegen mehr als die Hälfte der Länder in den Kategorien ‹schwierig› oder ‹sehr schwierig›».

Auffallend sind die USA: Sie verlieren sieben Plätze. Grund dafür sind die Angriffe von Donald Trump gegen Medienschaffende und andere Entwicklungen.

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Wie andere Länder – die in Schweizer Medien präsent sind – eingestuft werden und wie SRF-Berichterstatter und -Berichterstatterinnen die Situation dort erleben, zeigen drei Beispiele aus dem Netz der Auslandsberichterstattung von SRF.

Schweiz (Rang 8 der Rangliste, zufriedenstellend)

Im Allgemeinen ist die Pressefreiheit in der Schweiz gemäss RSF zufriedenstellend. RSF stört sich aber an Artikel 47 des Bankengesetzes. Dieser sieht für Investigativ­journalistinnen und- journalisten, die geleakte Bankdaten verwenden, eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.

Und RSF kritisiert: Wer in der Schweiz eine Berichterstattung abwürgen will, kann bei einem Zivilgericht provisorische Massnahmen – die Recherche zu verbieten – beantragen. Das Gericht kann diese verhängen, ohne das Medium anzuhören.

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Italien (Rang 56 der Rangliste, problematisch)

Auch in Italien kann sich die Presse entfalten, wie SRF-Italienkorrespondent Franco Battel sagt. «Die Regierung Meloni hat zwar den öffentlich-rechtlichen Rundfunk der RAI stark nach ihren Vorstellungen umgebaut. Aber in Italien berichten private Medien über das, was die RAI weniger thematisiert.»

Doch: Vor einigen Monaten explodierte vor dem Haus eines Recherchejournalisten der RAI ein Sprengsatz. Offenbar ist dieser Einschüchterungsversuch durch das organisierte Verbrechen verübt worden.

Israel (Rang 116 der Rangliste, schwierig)

Eine grosse Einschränkung erlebt SRF-Auslandredaktorin Susanne Brunner in Israel vor allem seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Seitdem lässt Israel keine ausländischen Medienschaffenden mehr in den Gazastreifen einreisen.

«Ansonsten erlebe ich kaum Einschränkungen: Ausländische Journalisten müssen einen Presseausweis beim Regierungspresseamt beantragen, sie dürfen aus dem besetzten Westjordanland berichten und sich in Israel frei bewegen und Gesprächspartner frei auswählen», sagt Brunner.

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Allerdings: «Kritische einheimische Journalistinnen und Journalisten, vor allem palästinensische, erleben massiv mehr Einschränkungen, und ich erlebe oft, dass palästinensische Israeli Angst haben, Interviews zu geben.»

Russland (Rang 174 der Rangliste, sehr ernst)

Auch aus Russland zu berichten, ist nicht ganz einfach. «Die Unterdrückung der Medien hat seit dem Grossangriff auf die Ukraine eine neue Dimension angenommen. Die wichtigsten freien Medien wurden aus Russland vertrieben, die wenigen unabhängigen Journalistinnen und Journalisten, die geblieben sind, werden meist als ‹ausländische Agenten› gebrandmarkt», sagt Calum MacKenzie, SRF-Russlandkorrespondent.

Weiter sagt er: «Derzeit sitzen 48 Medienschaffende in Russland in Haft. Auch ausländische Korrespondentinnen und Korrespondenten werden manchmal verhaftet, oft werden sie beschattet, abgehört oder eingeschüchtert.»

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