Einzelne Japankäfer in drei weiteren Zürcher Gemeinden gefunden
Neben Kloten sind nun auch drei weitere Gemeinden in Zürich vom Japankäfer befallen. Damit der gebietsfremde Käfer getilgt wird, ergreift die Baudirektion ab Juni Massnahmen.
(Keystone-SDA) Seit Juli 2023 existiert eine Population von Japankäfern in Kloten. Im vergangenen Sommer befanden sich die meisten der rund 5000 gefangenen Japankäfer bei der Sportanlage Stighag. Mit einer Kombination verschiedener Massnahmen konnte das vom Schädling befallene Gebiet bisher begrenzt werden, teilte der Kanton am Mittwoch mit.
Doch fünf Japankäfer wurden ausserhalb des Stadtgebiets von Kloten nahe der Stadtgrenze in den Gemeinden Opfikon, Bassersdorf und Winkel gefunden. Neu liegen neben Kloten daher auch Teile der Gemeinden Opfikon, Dietlikon, Bassersdorf, Lufingen, Winkel, Oberglatt und Rümlang im Befallsherd.
Käfer machen «Erkundungsflüge»
Der Kanton nimmt an, dass die dort gefundenen vereinzelten Japankäfer aus Kloten stammen. Denn die Käfer würden gegen Ende der Flugzeit «Erkundungsflüge» in der Umgebung unternehmen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie dort auch Eier abgelegt haben, teilte die Baudirektion mit.
Der Befallsherd rund um den Fundort wird daher um einen Radius von mindestens einem Kilometer ausgeweitet. Die Pufferzone gilt rund 5 Kilometer rund um den Befallsherd.
Mit einem dichten Netz an Trichterfallen und einer Lockfläche im Zentrum des befallenen Gebiets, der Sportanlage Stighag in Kloten, hofft der Kanton, den Japankäfer tilgen zu können. Diese Massnahme habe sich bisher bewährt. Die Japankäfer konnten in grosser Zahl gefangen und getilgt werden.
Vereinzelte Funde in Quartieren
Auch an der Autobahn-Raststätte Affoltern am Albis sowie in den Stadtzürcher Quartieren Aussersihl, Oerlikon und Unterstrass, bei der Hardbrücke und beim Carparkplatz Sihlquai wurden im letzten Jahr einzelne Japankäfer gefunden. Unklar ist, ob sie mit Fahrzeugen aus dem Tessin oder Norditalien unbemerkt mitgereist sind, oder ob es einen Zusammenhang mit dem Befall in Kloten gibt. Auch in diesen Gebieten stellte der Kanton Lockstofffallen auf.
Mittlerweile macht sich der Schädling in zahlreichen Kantonen breit, ausgehend vom Tessin. Dort richtete der Käfer bereits Schäden an Reben an. Der Japankäfer verursacht grosse Schäden an zahlreichen Wirtspflanzen, darunter landwirtschaftliche Kulturen wie Mais, Obstbäume, Beeren und Reben. Auch Bäume, Zierpflanzen sowie Rasenflächen nehmen Schaden.
Die potenziellen Schäden in der Schweiz werden auf mehrere hundert Millionen Franken jährlich geschätzt. Der Bund hat deshalb das Ziel vorgegeben, isolierte Befälle nördlich der Alpen zu tilgen, solange sie noch überschaubar sind.