Erdbeben in Venezuela waren auch in der Schweiz messbar
Die schweren Erdbeben in Venezuela sind bis in die Schweiz messbar gewesen. Die Seismometer des Schweizerischen Erdbebendienstes haben die Erschütterungen deutlich registriert, teilte der Dienst auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.
(Keystone-SDA) Vor der Nordküste Venezuelas haben sich in der Nacht auf Donnerstag (Schweizer Zeit) innerhalb von weniger als einer Minute zwei starke Erdbeben mit Magnituden von 7,2 und 7,5 ereignet. Bei den beiden Erdbeben kamen nach ersten Behördenangaben mindestens 32 Menschen ums Leben. Mehr als 700 weitere wurden verletzt. Die Rettungskräfte suchten auch weiter nach Verschütteten, weshalb mit einem Anstieg der Opferzahl gerechnet wird.
Ein Erdbeben dieser Stärke werde es in der Schweiz wohl nicht geben. hiess es vom Schweizerischen Erdbebendienst (SED) der ETH Zürich weiter. Hierzulande müsse etwa alle 50 bis 150 Jahre mit einem Erdbeben der Magnitude 6 gerechnet werden. «Solche Beben sind deutlich schwächer, sie setzen ungefähr 180-mal weniger Energie frei», so der Erdbebendienst.
Bis zu 1600 Todesopfer in 100 Jahren
Als wichtigste Erdbebengefahrenzonen gelten Basel, das Wallis, Graubünden, das St. Galler Rheintal und die Zentralschweiz. Das stärkste historisch bekannte Erdbeben der Schweiz ereignete sich 1356 in Basel und erreichte nach heutigen Schätzungen eine Magnitude von 6,6. Weitere Beben der Magnitude 6,2 wurden 1295 bei Churwalden GR und 1855 im Raum Stalden-Visp VS registriert.
Auch diese deutlich schwächeren Erdbeben könnten in der Schweiz verheerende Folgen haben. Der Erdbebendienst rechnet über einen Zeitraum von 100 Jahren allein an Gebäuden und deren Inhalt mit einem wirtschaftlichen Schaden von 11 bis 44 Milliarden Franken. Bis zu 1600 Menschen könnten dabei ums Leben kommen, schätzungsweise 40’000 bis 175’000 weitere kurz- oder langfristig obdachlos werden. Hinzu kämen Schäden an Infrastrukturen sowie Folgeschäden etwa durch Hangrutschungen, Brände oder Betriebsunterbrüche.