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EU prüft Aufsicht für Stromhandel

HAMBURG (awp international) – Der tägliche Handel mit Strom und Gas in der EU soll transparenter werden und eine Aufsicht gegen möglichen Missbrauch bekommen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte der «Financial Times Deutschland» (Freitag), er erwäge, noch vor Ende 2010 «sektorspezifische Regelungen für den Energiehandel» vorzuschlagen. Ob dies nötig sei und wie eine europäische Aufsicht ausgestaltet werden könnte, wolle die EU-Kommission in einer diese Woche begonnenen sogenannten öffentlichen Konsultation mit Marktteilnehmern und Regulierern klären.
Anders als der Handel mit Strom-Futures oder Emissionsrechten ist der aktuelle Spothandel kaum reguliert und unterliegt nicht der Finanzaufsicht. Der grösste Teil des Stromhandels in Europa findet ausserdem ausserhalb der etablierten Börsen wie EEX in Leipzig oder der skandinavischen Nord Pool statt. «Es gibt eine Fülle von Missbrauchsmöglichkeiten», sagte Walter Boltz, Vizepräsident der Europäischen Regulierergruppe für Strom und Gas (ERGEG), der Zeitung. So sei der Gebrauch von Insiderinformationen nicht illegal.
Ein Versorger, der am nächsten Tag ein grosses Kraftwerk abschalte oder hochfahre, könne diese Information ungestraft ausnutzen. Vor allem in kleineren EU-Staaten müsse man davon ausgehen, dass es solche Manipulationen gebe. «Das ist ein unhaltbarer Zustand», sagte Boltz. Oettinger äusserte sich vorsichtiger: «Integrität und Transparenz rücken immer stärker in den Vordergrund.»/tw

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