"Gib mir Deine Daten, und ich werde Dein Freund!" Das soziale Netzwerk Facebook sorgte Anfang Jahr durch seine Zusammenarbeit mit der Firma Cambridge Analytica für einen handfesten Skandal: Die Firma hatte Millionen von Nutzerdaten ohne Zustimmung gesammelt und für politische Zwecke benutzt. (Patrick Chappatte für NZZ am Sonntag)
Patrick Chappatte NZZamSonntag
Mitte März wählte Russland einen Präsidenten für die Amtszeit 2018–2024. Einziger ernstzunehmender Kandidat: der amtierende Wladimir Putin, der die Wahl auch haushoch gewann. Der Cartoonist Ernst Mattiello nutzte die Wahl für ein Wortspiel mit dem Englischen "put in" (hineintun). (Ernst Mattiellon für "Schweiz am Wochenende")
Ernst Mattiellon Schweiz am Wochenende
Des einen Freud ist der anderen Leid. Während Schweizerinnen und Schweizer sich im heissen Sommer sonnten, starben die Fische in den viel zu warmen Schweizer Flüssen massenhaft. Viele Fische mussten aus Flüssen und Bächen abgefischt und in kühlere Gewässer gebracht werden. (Stefan Haller für "Nebelspalter")
Stefan Haller Nebelspalter
Im Sommer beschloss der Bundesrat (Landesregierung), die Kriterien für Waffenexporte zu lockern. Karikaturist Gabriel Giger nahm dabei Bezug auf die ehemalige Tradition der Reisläuferei (bis ins frühe 19. Jahrhundert verdingten sich viele Schweizer als Soldaten in fremden Diensten). Nach heftiger Kritik verzichtete die Regierung im Oktober auf den Schritt. (Gabriel Giger für "Walliser Bote")
Gabriel_Giger_Walliser_Bote
Das Ringen um ein Rahmenabkommen mit der Europäischen Union (EU) begleitete die Schweiz durch das ganze Jahr. Dabei definierte der Bundesrat rote Linien für die Verhandlungen. Aussenminister Ignazio Cassis deutete bei der Frage der flankierenden Massnahmen an, dass diese Linien vielleicht doch nicht absolut unverrückbar sein könnten. (Peter Schrank für "Basler Zeitung")
Schrank, Basler Zeitung
2018 war auch das Jahr des Postauto-Skandals: Im Februar wurde bekannt, dass Postauto, ein Konzernbereich der Schweizerischen Post, von 2007 bis 2016 Gewinne verschleiert und dadurch überhöhte Subventionen bezogen hatte. Im Juni übernahm Postchefin Susanne Ruoff die Verantwortung und nahm ihren Hut. (Orlando Eisenmann für "Der Bund")
Orlando Eisenmann Der Bund
Am 27. Januar 2018 starb im südschwedischen Dörfchen ein 92-jähriger Mann. Was hatte dieser Todesfall mit der Schweiz zu tun? Ingvar Kamprad, so hiess der Mann, war der reichste in der Schweiz lebende Mensch. Er hatte den weltweit tätigen Möbelriesen Ikea gegründet. (Silvan Wegmann für "Handelszeitung")
Silvan Wegmann Handelszeitung
"Eiserne Faust im Weissen Haus", titelte "Arc presse" diese Karikatur des US-Präsidenten Donald Trump, die seinen Umgang mit der Presse kommentierte. Auch 2018 liess Trump keine Gelegenheit aus, die Medien zu schelten. (Vincent L'Epée für "Arc presse")
Vincent L'EpeÌe Arc presse
Der Hitzesommer, selbstherrliche Präsidenten hüben und drüben, das gespannte Schweizer Verhältnis zur Europäischen Union: So haben Schweizer Karikaturisten das Jahr 2018 mit spitzer Feder kommentiert.
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
«Der garantiert humorvollste Jahresrückblick!», wie das Berner Museum für Kommunikation schreibt, lässt die grossen Themen des vergangenen Jahres nochmals Revue passieren. In der Ausstellung «Gezeichnet 2018»Externer Link sind aktuelle Werke von 48 Schweizer Pressezeichnerinnen und -zeichnern zu sehen. Die Ausstellung hat den Anspruch, die kulturellen Grenzen der vier Sprachregionen der Schweiz zu überwinden.
Der gezeichnete Jahresrückblick findet bereits zum elften Mal statt und ist noch bis am 10. Februar 2019 zu sehen.
Seit 2012 wird zum Ende der Ausstellung auch ein Publikumspreis vergeben. Besucherinnen und Besucher sind deshalb dazu aufgerufen, ihre Karikatur des Jahres zu wählen.
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch
Mehr lesen
SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch