Maikäfer fliegt
Die Maikäfer suchen im Flugjahr 2001 Teile der Innerschweiz und des östlichen Berner Oberlandes, besonders stark aber das Haslital heim. Mit einer Pilz-Bekämpfung sollen schwere Schäden an Kulturland verhindert werden.
In den letzten Wochen trafen die Maikäfer mit dem trockenen Wetter ohne Nachtfröste ideale Bedingungen für die Eiablage an. Bleibe das Wetter anhaltend schön und trocken, sei ab 2002 in den betroffenen Gebieten mit grossen Kulturschäden durch die Engerlinge zu rechnen, sagte Christian Schweizer von der Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau Zürich-Reckenholz.
Haslital stark betroffen
Ein überdurchschnittlich starkes Flugjahr zeichnet sich laut Schweizer vor allem im Haslital zwischen Brienz und Meiringen ab; Meldungen über ein starkes Auftreten des Schädlings seien aber auch aus der Regionen Wiesenberg NW und aus der Region Interlaken eingegangen. Maikäfer – allerdings «in nicht beunruhigender Anzahl» – wurden laut den zuständigen kantonalen Behörden zudem auch im Kanton Wallis festgestellt.
Die Maikäfer tun sich laut Schweizer vor allem am Laub verschiedener Laub- und Obstbäume gütlich; als eigentliches Hauptschadensjahr gilt allerdings das zweite Jahr im dreijährigen Entwicklungszyklus der Maikäfer, wenn die von den Engerlingen verursachten Wurzel-Frass-Schäden im Wiesland manifest werden.
Kostspielige Bekämpfung
Bekämpft wird der Maikäfer seit Anfang der 90-er Jahre vorwiegend mit einer natürlichen Methode: Der befallene Boden wird mit dem sogenannten Beauveria-Pilz geimpft, der die Engerlings-Populationen langfristig stark dezimiert.
Für die betroffenen Landwirte ist die Behandlung jedoch relativ kostspielig; gerechnet werden muss mit 600 bis 800 Franken pro Hektare Wiesland. Allerdings handelt es sich laut Schweizer um eine Investition, die über mehrere Jahre wirksam bleibt.
Die in einer Interessens-Gemeinschaft zusammen-geschlossenen Bauern im Haslital wollen in den nächsten Wochen die Berner Regierung um finanzielle Unterstützung bei der Bekämpfung der Engerlinge angehen. Die Region wurde bereits von der letzten Generation des Basler-Flugjahres stark in Mitleidenschaft gezogen.
swissinfo und Agenturen
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