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Mehr Lohn oder mehr PR fürs Gastgewerbe?

Noch immer verdiene die Hälfte der Angestellten im Gastgewerbe weniger als 3'000 Franken netto, moniert UNIA. Keystone Archive

Unterschiedliche Strategien von Wirten und der Gewerkschaft UNIA bei der Frage einer Image-Politur für das Schweizer Gastgewerbe: Während der Verband GastroSuisse seine PR-Arbeit verstärken will, fordert UNIA substanzielle Verbesserungen für das Personal.

Mit einem Fonds zur Stärkung der politischen Arbeit will der Hotellerie- und Restaurations-Verband GastroSuisse seine Öffentlichkeitsarbeit verstärken und sich auf politischer Ebene für die Anliegen seiner Mitglieder stark machen. Dies beschlossen die Delegierten des Verbands am Dienstag (29.05.) in Interlaken.

Image als wichtiges Kriterium

«Rasche Verfügbarkeit, Modernität und Image sind Kriterien, welche die Qualität des Leistungsangebots auszeichnen», sagte Zentralpräsident Peter Staudenmann an der Versammlung, die unter dem Leitthema «Image im Gastgewerbe» stand.

Verbandsdirektor Florian Hew betonte laut Communiqué, die Sensibilität der Gäste in kritischen Bereichen müsse ernst genommen werden. Dazu zählten neben der Preis-Empfindlichkeit auch die kritische Haltung vieler Gäste zur Lebensmittelsicherheit oder zum Thema «working poor».

UNIA-Protest gegen Arbeitsbedingungen

Vor den Toren des Casino-Kursaals versammelten sich einige Mitglieder der Dienstleistungs-Gewerkschaft UNIA, um gegen die Personalpolitik im Gastgewerbe zu demonstrieren. Sie forderten eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Branche.

Konkret fordert UNIA eine generelle Lohnerhöhung von 300 Franken, keine Löhne unter 3’000 Franken netto und die 40-Stunden-Woche für alle Angestellten. Die heutigen Zustände im Gastgewerbe seien «unwürdig und inakzeptabel». Noch immer verdienten die Hälfte der Angestellten im Gastgewerbe weniger als 3’000 Franken netto.

Die Verbesserungen für das Personal sieht UNIA als unabdingbare Voraussetzung für ein besseres Images des Schweizer Gastgewerbes.

Ablehnung als Sozialpartner

Über Details der laufenden Verhandlungen über eine Anpassung des Landes-Gesamtarbeitsvertrags 98 (L-GAV) könne erst nach deren Abschluss informiert werden, liess GastroSuisse als Reaktion auf die Forderungen verlauten.

GastroSuisse betonte, UNIA sei nicht L-GAV-Vertragspartei; verhandelt werden mit den Gewerkschaften Hotel & Gastro Union (ehemals Gewerkschaft Union Helvetia). Auf Arbeitgeberseite werden die Lohnverhandlungen von der GastroSuisse, dem Schweizer Hotelier-Verein (SHV) und der Arbeitsgemeinschaft alkoholfreier Betriebe (AGAB) geführt.

Die Gewerkschaften UNIA, SYNA und VHTL hatten sich bisher vergeblich bemüht, bei den Verhandlungen um den L-GAV als Partner akzeptiert zu werden. Die Arbeitgeberseite verlangt dazu einen Organsiationsgrad von mindestens fünf Prozent der Beschäftigten der Branche. Die Gewerkschaften erachten diese Forderung als willkürlich.

swissinfo und Agenturen

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