Freiburg ergreift Vorsorgemassnahmen gegen Opioid-Ausbreitung
Der Kanton Freiburg hat Massnahmen getroffen, um sich auf eine Ausbreitung hochwirksamer, synthetischer Opioide wie Fentanyl und Nitazene vorzubereiten. Fachkräfte wurden entsprechend geschult und können bei Überdosierungen ein Gegenmittel verabreichen.
(Keystone-SDA) Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit ist in der Schweiz mit einem Aufkommen solcher Drogen zu rechnen. Tatsächlich sind diese Substanzen, die bis zu 500-mal stärker sind als Heroin, bereits auf dem Schwarzmarkt mehrerer europäischer Länder im Umlauf.
In Anbetracht dessen hat die Freiburger Direktion für Gesundheit und Soziales verschiedene Massnahmen ergriffen. So will der Kanton Freiburg die konsumierten Substanzen überwachen und Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Suchthilfeprofis sensibilisieren. Die im Sozialbereich tätige Stiftung «Le Tremplin» hat die Erlaubnis, einen Naloxon-Nasenspray als Sofortmassnahme bei einer Überdosierung einzusetzen.
Ende Februar wurde eine spezielle Schulung für das Personal der Stiftung organisiert. Im Anschluss daran wurden 50 Packungen Naloxon-Nasenspray ausgehändigt.
Das geschulte Personal wird dieses Gegenmittel bei sich tragen und es bei Verdacht auf eine Opioid-Überdosierung verabreichen können, insbesondere nachdem die Notrufnummer 144 angerufen wurde.
Die Verwendung dieses Sprays «birgt kein besonderes Risiko und ermöglicht es, Leben zu retten, indem die Wirkung von Opioiden vorübergehend neutralisiert wird», erklärte der Kanton in einer Mitteilung vom Mittwoch.
Nach jedem Einsatz muss ein Bericht an den Kantonsarztdienst übermittelt werden, der für die Nachverfolgung und Überwachung der aufgetretenen Situationen zuständig ist.