FSB: Anschlag verhindert und Verdächtigen getötet
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen angeblich geplanten Terroranschlag auf die Führung der russischen Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor verhindert.
(Keystone-SDA) Ein Verdächtiger aus Moskau sei bei seiner Festnahme getötet worden, hiess es. Die Behörde wirft ihm und weiteren mutmasslich Beteiligten vor, die Sprengung eines Autos vorbereitet zu haben. Sie sollen über den Messenger Telegram von ukrainischen Geheimdiensten angeworben worden sein. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Sieben Menschen seien am vergangenen Samstag in Moskau, Ufa, Nowosibirsk und Jaroslawl festgenommen worden, hiess es in der Mitteilung. Der Kopf der Gruppe, ein Mann mit Jahrgang 2004, habe bei seiner Festnahme bewaffneten Widerstand geleistet und sei getötet worden. Bei Durchsuchungen seien unter anderem Waffen, neonazistische Kennzeichen und Symbole einer ukrainischen paramilitärischen Formation bei den Beschuldigten beschlagnahmt worden. Strafverfahren wegen illegalem Besitz von Waffen und Sprengsätzen seien eingeleitet worden. Ob sie wegen der Vorbereitung eines Terrorakts zur Verantwortung gezogen werden, werde entschieden.
Putin rechtfertigt Internetsperren mit Terrorabwehr
Die FSB-Mitteilung wurde veröffentlicht, nachdem sich Kremlchef Wladimir Putin am Vortag erstmals zu den zunehmenden Internetblockaden in Russland geäussert hat. Er begründete die Sperren mit Terrorabwehr, sagte aber, dass die Menschen im Nachhinein über die Massnahmen informiert werden müssten. Die Einschränkungen bei der Internet-Nutzung haben zuletzt Kritik selbst in eigentlich regierungstreuen Kreisen ausgelöst.
Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine vom Februar 2022 hat es in Russland zahlreiche Fälle von Sabotage an Bahnstrecken oder anderen Objekten gegeben, aber auch gezielte Attentate auf Militärangehörige und Kriegsbefürworter. Russische Ermittler machen oft Kiews Geheimdienste dafür verantwortlich. Ukrainische wie russische Geheimdienste werben häufig in sozialen Netzwerken mittels irreführender Angaben Helfer für Anschläge an.