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Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

1. Mai 2020: Das Coronavirus hat den Tag der Arbeit mit den Umzügen und den kämpferischen Reden in einen virtuellen Stuben-Event verwandelt.

Mit meinen besten Grüssen aus Bern

© Keystone / Ennio Leanza

Brüder zur Sonne zur Freiheit! Die Losung der ehemaligen Arbeiterbewegung hat es am diesjährigen Tag der Arbeit schwer.

1. Mai: das ist der Tag, an dem die Werktätigen sich versammeln und in Umzügen durch die Städte ziehen, um mehr soziale Gerechtigkeit zu fordern.

Die Umzüge sind dieses Jahr dem Coronavirus, genauer: dem Versammlungsverbot, zum Opfer gefallen. Die Gewerkschaften haben ein Alternativprogramm aufgestellt und die Veranstaltungen zum Tag der Arbeit kurzerhand in den virtuellen Raum verlegt.

Das hiess etwa für die Stadt Zürich: Livestreams ins Wohnzimmer statt feurige Live-Reden auf dem Helvetiaplatz.

Keystone / Alexandra Wey

Keine Freude am Demoverbot zum 1. Mai in Zürich hatte einer ganz besonders: Patrice Zumsteg, Grundrechts-Spezialist.

Bürgerinnen und Bürger sollen auch in Krisenzeiten öffentlich demonstrieren dürfen, sagt der Grundrechtsexperte. Die Meinungsäusserungsfreiheit sei ein grundlegendes Recht im Schweizer Staatswesen.

So empfindet es Zumsteg als willkürlich, wenn Menschen in einer Schlange mit zwei Metern Abstand Spargeln kaufen, aber mit demselben Abstand kein Schild mit einer politischen Forderung in die Höhe halten dürfen.

Shanghai, 1989. Rene Burri / Magnum Photos

Über dem Schweizer Tourismus schwebt ein Damoklesschwert: Jedem vierten Betrieb droht das Aus.

Trotz Hilfe vom Staat in Form von Kurzarbeitsentschädigungen und Überbrückungskrediten stehen 3200 Betriebe mit über 30’000 Angestellten vor dem Konkurs.

Dieses düstere Bild zeigt eine Umfrage verschiedener Organisationen zur Verfassung der Branche im traditionellen Tourismusland Schweiz.

Die Betriebe, es sind dies primär Hotels und Bergbahnen, bezweifeln, ob die Bundeshilfe ausreichen werde. Ein Impulsprogramm zur Steigerung der Nachfrage durch den Staat sei unausweichlich.

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Die Länder Europas arbeiten in der Coronakrise gut zusammen. Und mittendrin statt nur dabei: Die Schweiz.

Die Zeilen dieses Inhalts haben zwei aussergewöhnliche Absender: Es sind dies die Botschafter Deutschlands und Frankreichs in der Schweiz.

Die Schweiz, Deutschland und Frankreich hätten «eine bewundernswerte Solidarität entwickelt», schreiben Norbert Riedel und Frédéric Journès in einem gemeinsamen Gastbeitrag in den TA-Medien. Diese «kollektive Intelligenz» werde von Woche zu Woche stärker.

Ihre Message: Die Schweiz ist Teil Europas. «In der aktuellen Krise gab es jedenfalls in unseren Köpfen von einem Tag auf den anderen plötzlich keinen Unterschied mehr zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedsstaaten: Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft, das wurde uns deutlich bewusst.»

zvg

Er erkrankt im März im französischen Elsass an Covid-19 und kommt ins Spital Colmar. Dort wird er ins Koma versetzt. Als er erwacht, liegt er in einem Spital in der Schweiz.

Jean-Paul Martin ist «der französische Patient». Und als solcher das beste Beispiel dafür, wie die Nachbarländer in der Krise zusammenrücken.

Der 67-jährige aus Munster wurde in der Schweiz gerettet. Auf der Intensivstation des Spitals Freiburg. Doch davon hatte er nichts mitbekommen, lag er doch über zwei Wochen im künstlichen Koma.

Martin ist wieder auferstanden und hat uns seine Geschichte erzählt. Es ist eine mit Happy End. Doch Covid-19 hinterlässt auch bei ihm schwere Narben.

  • Der eindrückliche Bericht meiner Kollegin Katy Romy vom Video-Gespräch mit Jean-Paul Martin.
  • Bericht von Kollegin Marie Vuilleumier über die schweizerisch-französische Kooperation in der Coronakrise.

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