Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Den morgigen Feiertag geniesse ich im sonnigen Garten – umsummt von Bienen (zu denen kommen wir später). Deshalb wird es kein Briefing geben. Ich hoffe, Sie sehen es mir nach. Wir lesen uns am Freitag wieder.
Bis dahin: Machen Sie's gut und bleiben Sie gesund.
Honigbienen und Wildbienen sind für 80% der Pflanzenbestäubung verantwortlich, so dass sie eine Schlüsselrolle bei der Nahrungsmittelproduktion spielen. Aber sie sind durch Lebensraumverlust, Krankheiten und Pestizide bedroht.
Manche Forscher und Forscherinnen kritisieren die Bienenhaltung in der Schweiz. Sie schlagen unter anderem vor, auf Chemikalien zur Bekämpfung der Varroamilbe zu verzichten. Die meisten Schweizer Imker verwenden Ameisen- und Oxalsäure, um die Milben unter Kontrolle zu halten.
Einige Forscher plädieren zudem dafür, zwischen den Bienenstöcken einen Abstand von 30 bis 50 Metern einzuhalten, um Ansteckungen zu verhindern. Die Schweiz hat eine dichte Bienenpopulation. Traditionelle Haltungssysteme stapeln die Bienenstöcke übereinander.
Die Vorschläge der Forscher kommen bei Schweizer Imkern und Imkerinnen nicht immer gut an. Sie weisen darauf hin, dass bienenfreundliche Anpassungen oft mehr kosten, schwierig oder unpraktisch umzusetzen seien und den Honigertrag reduzieren könnten.
- Unser Artikel.
- Die NZZExterner Link publizierte kürzlich einen Artikel über das Insektensterben und den Mythos der guten Honigbiene.
- Aus unserem Archiv: Wie Bienenköniginnen gezüchtet werden, wie ein Vater-Sohn-Duo Bienen rettet sowie die Problematik der Pestizide.
Der Knatsch um den Bundesanwalt geht in die nächste Runde: Heute hört die Gerichtskommission des Bundesparlaments Michael Lauber an. Die Anhörung ist Voraussetzung, dass die Kommission ein Amtsenthebungsverfahren eröffnen kann.
Laut dem SRF-Bundeshauskorrespondenten zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Kommission einem Amtsenthebungsverfahren zustimmen wird. Lauber müsse schon sehr gute Antworten haben auf die immer gleichen Fragen zu den Treffen mit der Fifa-Spitze und zu seinem Verhalten gegenüber der Aufsicht.
Die NZZ kommentiert, eine Freistellung Laubers wäre längst überfällig. Er profitiere von einem unglücklichen Kompetenzvakuum: Die Verantwortung mäandriere zwischen der administrativen Aufsichtsbehörde AB-BA und dem Parlament als Wahlbehörde. Beide Gremien seien nicht geeignet, wenn es darum gehe, ein schnelles Machtwort zu sprechen.
Laut Aargauer Zeitung haben jetzt auch SVP-Politiker genug vom Bundesanwalt. Zusammen mit der FDP hielt die Partei bisher zu Lauber, doch immer mehr SVP-Mitglieder scheren aus. SP, Mitte-Fraktion und Grüne machen seit Wochen Druck auf Laubers schnellen Abgang.
- Die Einschätzung des SRF-KorrespondentenExterner Link.
- Der Kommentar der NZZExterner Link (Paywall).
- Der Artikel der Aargauer ZeitungExterner Link (Paywall) sowie watson.chExterner Link.
Gemäss einer Untersuchung der WHO sind Schweizer Jugendliche Europameister im Kiffen. Sie konsumieren häufiger Cannabis als Erwachsene in der Schweiz.
Alle vier Jahre befragt die WHO in Europa Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 15 Jahren zu ihrem Umgang mit Drogen, Sexualität und Ernährung. Über 11’000 Jugendliche aus zufällig ausgewählten Klassen haben in der Schweiz mitgemacht.
In einem Bereich stechen die Schweizer Jugendlichen negativ hervor: 27 Prozent der Knaben und 17 Prozent der Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren gaben an, bereits einmal Cannabis probiert zu haben. Das ist mehr als in allen anderen Ländern Europas.
Regelmässig kiffen gemäss Befragung 8 Prozent der Jungs und 4 Prozent der Mädchen. Der Cannabis-Konsum unter Jugendlichen ist damit höher als derjenige unter Erwachsenen in der Schweiz. Gefragt wurde nach Cannabis mit hohem THC-Gehalt, das in der Schweiz verboten ist. Kein Thema war CBD, das in der Schweiz seit einiger Zeit legal verkauft wird.
- Die Ergebnisse der WHO-BefragungExterner Link.
- Der Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link (Paywall).
- Auch nau.chExterner Link berichtete.
- Aus unserem Archiv: «In drei Jahren wird Cannabis in Schweizer Apotheken verkauft.»
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Cannabis: Die Renaissance eines «verbotenen» Heilmittels
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In Frankreich beginnt der Prozess gegen fünf Franzosen, die in Genf mehrere junge Frauen spitalreif geschlagen haben sollen. Die Tat hatte in der Schweiz zu Protesten geführt (siehe Foto).
Dass der Prozess in Frankreich stattfindet, liegt daran, dass Frankreich seine Staatsbürger nicht ausliefert. Die Schweiz trat das Verfahren deshalb an die französischen Strafbehörden ab.
Worum geht es? Im Sommer 2018 wurde eine junge Frau vor einem Genfer Club von zwei Männern verprügelt. Vier Frauen eilten ihr zu Hilfe, wurden aber von inzwischen fünf Tätern brutal niedergeknüppelt und verletzt. Eine Frau lag zehn Tage im Koma, musste mehrmals operiert werden und lebt heute von der IV.
Die fünf Angeklagten behaupten vor Gericht, in der Tatnacht zwar anwesend gewesen zu sein, sich aber nur am Rande an der Schlägerei beteiligt zu haben. Keiner gab zu, selbst Schläge ausgeteilt zu haben.
- Diverse Schweizer Medien berichten über den Prozess: NZZExterner Link, Tages-AnzeigerExterner Link (beide Paywall) und BlickExterner Link. Das Westschweizer Fernsehen RTSExterner Link ist vor Ort (auf Französisch).
- Mein Kollege Renat Künzi verfasste in den Tagen nach der Tat in Genf einen Artikel über Gewalt gegen Frauen.
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