Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Krisensitzung gestern im Bundesrat. Auch ich fragte mich: Wusste Bundespräsident Alain Berset etwas von den Indiskretionen aus seinem Departement während der Corona-Pandemie? Anscheinend nicht, bekräftigte er gegenüber dem Kollegium.
Herzliche Grüsse aus Bern
Alain Berset fahre in der Affäre um Leaks an eine Zeitung volles Risiko, so die Schweizer Presse heute.
Warum wusste die Boulevardzeitung Blick jeweils schon vor den Medienkonferenzen, was in Sachen Coronavirus in der Landesregierung beschlossen wurde? Bekannt ist, dass der Kommunikationschef des Gesundheitsministers und diesjährigen Bundespräsidenten Alain Berset mutmasslich die brisanten News direkt an den Blick-Boss lieferte.
Nun musste Berset gestern bei seinen Kolleginnen und Kollegen des Bundesrats antraben und sich rechtfertigen. Er beteuerte, nichts von den Indiskretionen gewusst zu haben. In einer TV-Sendung am gleichen Abend wollte er diese Aussage aber nicht wiederholen, wie SRF News berichtet und sich dabei einige Fragen stellt.
Auch die grossen Tageszeitungen sind der Meinung, Berset fahre einen riskanten Kurs: «Alain Berset geht aufs Ganze», schreiben die Zeitungen der Tamedia-Gruppe. Und die Neue Zürcher Zeitung titelt: «Berset steht mit dem Rücken zur Wand.» Er bewege sich mit dieser Strategie «fortan auf sehr dünnem Eis».
- Der Artikel von SRF NewsExterner Link.
- Bluewin.ch bietet heute eine kurze PresseschauExterner Link zur gestrigen Aussprache im Bundesrat.
- «Grosses Indianerehrenwort: Berset versichert seinen Bundesratskollegen, von allem nichts gewusst zu haben»Externer Link – Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (Paywall).
- Auch der Blick widmete sich dem Thema ausführlichExterner Link.
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Bleiben wir gleich noch bei Corona: Laut einer Studie brachten die ersten Corona-Massnahmen viel.
Erinnern wir uns noch an die wohl einschneidendste Phase, die viele von uns in ihrem Leben erlebt haben: Geschlossene Restaurants, Grenzen zu, Contact-Tracing, genereller Lockdown. Eine Schweizer Studie ging der Frage nach, was diese Massnahmen gebracht haben.
Sie kommt zum Schluss, dass die frühen Massnahmen in der Schweiz messbar eine Wirkung gezeigt hätten. Und sie liefert Zahlen dazu. Ein Beispiel? Laut der Untersuchung sorgte die ungeliebte Grenzschliessung in den ersten Pandemiewochen dafür, dass die Zahl eingeschleppter Infektionen um satte 90 Prozent gesenkt werden konnte.
Weiter habe durch das Contact-Tracing die Zahl der Personen halbiert werden können, die durchschnittlich von einer infizierten Person angesteckt wurden. Dies habe während der ersten Phase funktioniert, später im Herbst 2020 allerdings nicht mehr.
- Ein Artikel zur Studie auf Bluewin.chExterner Link.
- SRF NewsExterner Link ordnet die Studie mit einer Wissenschaftsredaktorin ein.
- Auch die Neue Zürcher ZeitungExterner Link berichtete über die Studie (Paywall).
Wie viele haben Sie? Ich habe nur eine – Staatsbürgerschaft.
Immer mehr Menschen in der Schweiz haben mehr als einen Pass. «Die Zahl der Doppelbürgerschaften hat in den letzten Jahren stetig zugenommen«, vermelden mehrere Publikationen mit Verweis auf die neusten Zahlen aus dem Bundesamt für Statistik.
Laut dem Bundesamt hat der Anteil an Doppelbürgerinnen und -bürgern im Land seit 2010 um mehr als 5 Prozentpunkte zugenommen. Rund zwei Drittel von ihnen seien durch Einbürgerung zusätzlich zum Schweizer Pass gekommen.
Die häufigste Kombination zweier Staatsbürgerschaften ist Schweiz-Italien (23% aller Doppelbürgerschaften), gefolgt von Schweiz-Frankreich (11%) und Schweiz-Deutschland (9%).
- Watson.chExterner Link berichtet heute kurz über die neuste Statistik.
- Medienmitteilung des Bundesamt für StatistikExterner Link mit mehr Details in Tabellenform.
- In diesem Zusammenhang interessant: Einige Abgeordnete des Schweizer Parlaments wollen ihre Doppelbürgerschaft nicht offen deklarieren, obwohl sie das müssten, wie der Blick kürzlich berichteteExterner Link.
Trotz Fachkräftemangel geraten Arbeitslose in der Schweiz stärker unter Druck.
Lediglich 2,2% sind in der Schweiz ohne Arbeit. So tief lag die Quote seit 20 Jahren nicht mehr. Offiziell herrscht in der Schweiz Vollbeschäftigung. Doch der Schein könnte trügen: Trotz den guten Zahlen sind viele Menschen immer noch auf der Suche nach einem Job, wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet.
Die Krux liege in der Statistik, sagen Fachleute. Einige Kategorien von Menschen würden darin nicht erfasst. So würden etwa Personen in Eingliederungsmassnahmen oder mit tiefen Stellenprozenten statistisch nicht mehr als arbeitslos gelten.
Zudem sorge der Fachkräftemangel bei Arbeitslosen für Stress. RTS sprach mit Betroffenen, die Jobs in anderen als ihrer Branche annehmen mussten. «Sogar Arbeiten, die absolut nicht passen», sagte eine Betroffene. «Es herrscht eine Angst vor ständiger Sanktionierung.»
- Der Bericht von RTS.
- «Jetzt sollen Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger den Mangel an Fachkräften stoppen» – Bericht meiner Kollegin Katy Romy vom Montag.
- Im Gastgewerbe, in der Pflege und in der IT werden dringend Fachkräfte gesucht: Unsere Analyse von letztem Sommer bleibt aktuell.
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