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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ursprünglich war heute eine Unterzeichnungszeremonie zwischen dem Iran und den USA auf dem Bürgenstock geplant. Die guten Dienste der Schweiz hätten im internationalen Scheinwerferlicht gestanden. Doch daraus wurde nichts. Nachdem die Unterzeichnung bereits in Versailles erfolgt war, wurden nun die Gespräche oberhalb des Vierwaldstättersees vorerst abgesagt.

Gute Lektüre!

JD Vance
US-Vizepräsident JD Vance reiste heute doch nicht in die Schweiz. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved

Nun also doch nicht: Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) heute bekannt gab, finden vorerst keine Gespräche zwischen dem Iran und den USA auf dem Bürgenstock statt.

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem die Schweiz ihre guten Dienste düpiert sieht: US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Absichtserklärung zu seinem «Deal» mit dem Iran bereits in der Nacht auf Donnerstag in Versailles digital unterzeichnet, obwohl dies für heute auf dem Bürgenstock angedacht war. Trotzdem wurde am heutigen Treffen festgehalten.

Warum wurden die Gespräche nun abgesagt? Laut SRF lies US-Vizepräsident JD Vance durchblicken, dass es unter anderem logistische Schwierigkeiten auf iranischer Seite gebe. Doch es könnten auch politische Gründe sein. Die Nachrichtenagentur AP spekuliert, die iranische Seite wolle ein Zeichen des Protests setzen, weil die israelischen Angriffe auf den Libanon nicht aufgehört hätten. Das ist allerdings nicht bestätigt.

Auch offen sind die Fragen, ob sich die Gespräche zwischen dem Iran und den USA nur verzögern und ob ein Treffen – sei es auf dem Bürgenstock oder anderswo – später stattfinden wird. Nicolas Bideau, Sprecher des EDA, sagt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Schweiz stehe weiterhin zur Verfügung und setze die Vorbereitungen fort. Auch die Armee bleibt vorerst im Einsatz, mit bis zu 2000 Armeeangehörigen auf dem Bürgenstock.

Kampf um jede Stimme: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi bearbeitet Fraktionsmitglied Thomas Sormanni vom MCG Genf.
Kampf um jede Atomkraft-Stimme: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi bearbeitet Fraktionsmitglied Daniel Sormanni vom MCG Genf. Keystone / Anthony Anex

In Bundesbern stand heute der letzte Tag der Sommersession an und damit die Schlussabstimmungen aller in der Session bereinigten Vorlagen. Die Swissinfo-Analyse der letzten drei Wochen zeigt, die eidgenössischen Räte tun sich schwer mit grossen Dossiers.

«Ob bei der Finanzierung der 13. AHV, beim Mercosur, bei der Frage nach neuen Schweizer AKWs oder beim Streit ums Ständemehr für die neuen EU-Verträge: Hickhack dominierte alle wichtigen Dossiers, die in der Sommersession 2026 auf dem Tisch lagen», schreibt mein Kollege Balz Rigendinger.

Ein solches Dossier ist auch die Energieversorgung der Schweiz, die im Rahmen der Volksinitiative «Blackout stoppen» und dessen Gegenvorschlag in den Räten besprochen wurde. Zu reden gibt im Nachgang vor allem der Druck auf die wenigen Parlamentsmitglieder, die sich der Stimme enthalten wollten. «Die SVP bringt ihre Abweichler so offensichtlich auf Parteilinie, dass Linke und Grüne darin einen Verfassungsbruch sehen», schreibt Balz Rigendinger.

Wir wechseln vom Parlament zum Bundesrat. Dieser hat die Leitlinien für die Verteidigung verabschiedet und richtet die Armee neu aus. «Das Sicherheitsumfeld der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren markant verschlechtert. Gestützt auf dieses Umfeld muss die Armee konsequent auf die Verteidigung ausgerichtet werden», sagt Verteidigungsminister Martin Pfister.

Konkret soll sich die Armee von einer primär auf Ausbildung ausgerichteten Organisation wieder zu einer Einsatzarmee entwickeln. Zudem soll sie bis 2028 ein erstes Drohnenbataillon aufstellen, das den Kern für die systematische Einführung unbemannter Systeme biete. «Die Armee muss Schritt halten mit der technologischen Entwicklung von Kriegen und Konflikten», sagt Pfister.

Uhren
Wird die neue Schmuck- und Uhrenmesse die in Genf stattfindende «Watches and Wonders» ergänzen oder konkurrenzieren? Keystone / Salvatore Di Nolfi

Eine neue Schmuck- und Uhrenmesse soll in Basel das Erbe der der Baselworld antreten. Das Versprechen ist gross: Man plane etwas, was es in dieser Industrie «bisher nicht gibt», sagt Roman Imgrüth vom Basler Messeunternehmen MCH Group.

So sei die «Basilia Jewellery & Watch Fair» – so heisst die neue Messe – nicht mit der alten Baselworld vergleichbar. Das Konzept sieht zum einen vor, dass Ausstellende keinen eigenen Stand organisieren müssen, sondern als Teil des Ganzen auftreten. «Wir bauen eine Stadt», sagt Imgrüth. Und wie es für eine Stadt gehört, wird diese in Quartiere aufgeteilt: eines für Uhren, eines für Edelsteine und so weiter. Zum anderen sollen Uhren zwar weiterhin eine wichtige Rolle spielen, doch es geht dieses Mal stärker um Schmuck, wie die bzBasel schreibt.

Die erste Ausgabe, die Uhren- und Schmucklieberhaber:innen aus aller Welt in die Stadt am Rheinknie locken will, ist auf April 2027 geplant. Just zu jenem Zeitpunkt, wenn in Genf bereits eine andere Messe stattfindet: die «Watches and Wonders». Diese überlappende Durchführungszeit sieht Imgrüth nicht als Minuspunkt, sondern sie ermögliche dem Käufer, in die Schweiz zu kommen «und an zwei Standorten alles zu erledigen, was er in Europa machen will.»

Anderer Meinung ist Oliver Müller, der die Branche mit seinem Unternehmen Luxe Consult berät. «Weshalb soll ein Fachhändler dieselbe Marke in Genf und in Basel treffen?», sagt er gegenüber SRF. Ob sich die beiden Messen am Ende ergänzen oder konkurrenzieren, werden wir wohl in weniger als einem Jahr sehen. 

Johan Manzambi feiert nach seinem ersten Goal gegen Bosnien-Herzegowina.
Johan Manzambi feiert nach seinem ersten Goal gegen Bosnien-Herzegowina. Keystone / AP

Lange lief es der Schweizer Nationalmannschaft im WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina nicht so rund. Doch dank einer überragenden Schlussphase sicherten sich die Schweizer einen 4:1-Sieg.

Nach dem Sieg dominiert ein Name die Schlagzeilen der Schweizer Medien: Johan Manzambi, der die Schweizer Fans mit gleich zwei Toren aufatmen liess. So titelt etwa der Blick «Sankt Johan! Manzambi knackt den Bosnien Beton», der Tages-Anzeiger schreibt «Als ganz Bosnien hofft, kommt Manzambi» und die Zeitungen von CH Media sehen ihn auf dem Weg «zum teuersten Schweizer Fussballer der Geschichte».

Auch Nati-Trainer und «Taktikfuchs» Murat Yakin steht im Fokus der medialen Berichterstattung. Nach dem Spiel erklärt er, wie den Schweizern eine WM-Neuerung zum Vorteil gereicht hatte: Man nutzte das Cooling Break, die Trinkpause, um in der Schlussphase Entscheidendes zu verändern. «Ich hätte schon früher wechseln können. Aber wir haben mit den Auswechslungen extra bis dahin gewartet, damit Bosnien nicht mehr darauf reagieren konnte», sagt der 51-Jährige.

Wie geht es weiter? Nächsten Mittwoch stehen die abschliessenden Spiele der Gruppe B an, wo die Schweiz in Vancouver auf Co-Gastgeber Kanada trifft. Will die Nati den Gruppensieg holen, ist ein Sieg Pflicht. Mit einem Remis gegen Kanada würde die Schweiz Rang 2 absichern. Rang 3 ist zwar noch möglich, aber unwahrscheinlich, da Katar dafür einen Kantersieg gegen Bosnien-Herzegowina landen und die Schweizer sehr hoch gegen Kanada verlieren müssten.

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