Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ja, Nein, vielleicht: Lange war unklar, ob die Gespräche zwischen den USA und dem Iran auf dem Bürgenstock stattfinden würden. Doch die Schweiz hat sich ins Zeug gelegt, um das Treffen möglich zu machen.
US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf reisten mit ihren Delegationen an. Was dabei herausgekommen ist, lesen Sie im heutigen Briefing.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Der Bürgenstock wurde erneut zur Bühne der Weltpolitik: Trotz grossem Misstrauen zwischen den USA und dem Iran kam es zu direkten Gesprächen und ersten Vereinbarungen für die nächsten 60 Tage.
Während die Schweiz schwitzte, haben die USA und der Iran am Wochenende auf dem Bürgenstock stundenlang verhandelt. Eigentlich war das Treffen für Freitag geplant, doch eine vorzeitige Unterzeichnung des Abkommens durch Donald Trump und das gegenseitige Misstrauen der Parteien hatten für Verzögerung gesorgt.
US-Vizepräsident JD Vance traf am frühen Sonntagmorgen auf dem Bürgenstock ein. Gemäss dem Tages-Anzeiger soll er gewartet haben, bis die iranische Delegation abgeflogen war, bevor er selbst ins Flugzeug stieg.
Die Delegationen verhandelten bis nach Mitternacht. Über den genauen Inhalt ist jedoch wenig nach draussen gedrungen. Bekannt ist, dass sich die USA und der Iran auf einen 60-Tage-Fahrplan für weitere Verhandlungen geeinigt haben. Zudem sollen ein direkter Kommunikationskanal für die Strasse von Hormus sowie ein Mechanismus zur Überwachung der Waffenruhe im Libanon geschaffen werden, wie SRF unter Berufung auf die Vermittler Katar und Pakistan berichtete.
Die Schweiz war dabei mehr als nur malerische Kulisse. Wie der Tagi schreibt, soll sich eine Taskforce beim EDA pausenlos um die Durchführung der Gespräche bemüht haben. Auch die Nidwaldner Polizei musste flexibel bleiben und ihre Einsatzbereitschaft immer wieder verlängern. Auf dem offiziellen Logo des «Lake Lucerne Summit» fehlt jedoch die Schweizerflagge.
Am Montagmorgen hat die Top-Delegation aus dem Iran den Bürgenstock wieder verlassen, was gemäss SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck zu erwarten war. «Das Misstrauen ist zu gross», sagt er. Die Iraner haben auf einen Handschlag und gemeinsame Bilder mit den US-Vertretern verzichtet. Die Gespräche sollen nun jedoch auf Arbeitsebene weitergeführt werden.
Zehn Jahre nach Brexit: Für Schweizer:innen im Vereinigten Königreich ist das Leben bürokratischer und teurer geworden. Trotzdem wächst die Schweizer Gemeinschaft auf der Insel.
Vor zehn Jahren hatte Grossbritannien für den Austritt aus der EU gestimmt, der Brexit wurde Realität – mit Folgen, die auch die Auslandschweizer:innen auf der Insel zu spüren bekamen.
Die Genferin Lakshmi Sundaram empfand die Brexit-Abstimmung auch als «Abstimmung gegen Menschen wie mich», sagt sie zu Le Matin Dimanche. Um ihren Aufenthaltsstatus musste sie sich jedoch keine Sorgen machen, weil sie bereits mehr als fünf Jahre im Vereinigten Königreich gelebt hatte, erhielt sie den Settled Status. Die Schweizer:innen profitieren hier von denselben Rechten wie EU-Bürger:innen.
Probleme gibt es aber trotzdem: Da der Status nur digital existiert, wurden mehrere Schweizer:innen aufgrund von IT-Problemen schon an der Grenze aufgehalten, wie Loredana Guetg Wyatt, die ehemalige Präsidentin der «Federation of Swiss Societies in the UK» sagt. Und die Zukunft des Settled Status ist nicht gesichert. Die Partei Reform UK von Brexit-Befürworter Nigel Farage hat angekündigt, den Zugang von Europäer:innen zu Sozialleistungen einzuschränken. Guetg Wyatt berichtet von mehreren Schweizer:innen, die Angst vor einer möglichen Machtübernahme von Farage’s Partei haben. Auch für neuzuziehende Schweizer:innen sind die Hürden höher geworden: Visa und der Zugang zum Gesundheitssystem kosten mehrere Tausend Franken.
Trotzdem bleibt Grossbritannien für Schweizer:innen attraktiv: Während die französische Gemeinschaft geschrumpft ist, ist die Zahl der registrierten Schweizer:innen seit dem Brexit um 17 Prozent auf 41’394 Personen im Jahr 2025 gestiegen.
Die Hitzewelle hat die Schweiz im Griff. Mit den Temperaturen steigen auch die Herausforderungen für Menschen, die draussen arbeiten.
Um ein Thema kommt momentan niemand in der Schweiz herum: die Hitze. Nach einem heissen Wochenende sind auch für die laufende Woche Temperaturen über 30 Grad angesagt.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in meiner Wohnung, in der ich mit rigorosem Lüften und Verdunkeln noch einigermassen aushaltbare Temperaturen hinbringe. Doch draussen sind Bauarbeiter in der prallen Sonne daran, die Strasse neu zu teeren. Der Blick hat die fünf heissesten Berufe der Schweiz gesucht und gefragt, wie die Leute mit diesen extremen Temperaturen umgehen.
Strassenbauer sind natürlich auch dabei. Diese versuchen am Morgen so viel wie möglich zu erledigen und legen Glacepausen sowie längere Mittagspausen ein. Der Velokurier im Artikel kommt besonders beim Stopp an der Ampel an seine Grenzen. «Das fühlt sich an, als halte dir jemand ein Bügeleisen an den Kopf», sagt er. Damit sein Kopf nicht überhitzt, taucht er ihn auf der Schicht regelmässig in einen Brunnen. Neben den gängigen Kühltipps setzen die Befragten auch auf Humor und versuchen, sich nicht zu stark aufzuregen – etwas anderes bleibt einem derzeit kaum übrig.
Ungewöhnlicher Fund in Basel: Taucher findet Handgranate im Rhein – die kontrollierte Sprengung führte zu einem Grossaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Armee.
Was würden Sie tun, wenn Sie beim Schwimmen einen Sprengkörper entdecken, zum Beispiel eine Handgranate? Der Taucher, der am Sonntag in Basel im Rhein eine Handgranate gefunden hat, hat diese gleich selber ans Ufer gebracht.
Die von ihm alarmierte Polizei hat dann übernommen und den Bereich abgesperrt; ein in der Nähe liegendes Schiff wurde evakuiert. Spezialist:innen kamen zum Schluss, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Blindgänger handelte.
Die Kampfmittelbeseitiger der Armee entschieden, die Handgranate vor Ort zu sprengen. Dafür stellte der Zivilschutz Sandsäcke bereit, die Sperrzone wurde vergrössert, was auch bedeutete, dass keine Schiffe mehr auf dem Rhein fahren konnten. Die Sprengung verlief schliesslich planmässig. Da Munition oder Sprengkörper auch nach Jahrzehnten noch gefährlich sein können, erinnert die Polizei daran, dass sie niemals berührt oder bewegt werden sollten.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards