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Cockpit eines Lockhead Martin F-35A Lightning II Modellbausatzes aus hellgrauem Plastik auf einer Schweizer Landkarte

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Mitten in der Sommerflaute hält die F-35-Saga die Schweiz in Atem. Seit sich die Eidgenossenschaft 2021 für den Kauf des US-Kampfflugzeugs entschieden hat, häufen sich die Kontroversen rund um das Milliardenprojekt.

Die Wahl eines US-Modells anstelle eines französischen sorgte zunächst für Diskussionen, dann versetzten Kostenüberschreitungen das Land in Aufruhr. Vor zwei Wochen machten die teuren und schweren Helme der Piloten Schlagzeilen. Und nun sorgt die Zensur eines Berichts über das Flugzeug für einen Skandal.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Ein älterer Mann im Anzug sitzt im Cockpit eines Kampfjet-Simulators, er befindet sich im Sturzflug und wird von einem jüngeren Mann assistiert
Vorerst muss sich Verteidigungsminister Martin Pfister (links) mit dem Flugsimulator begnügen, bevor er eines Tages in einem F-35 Platz nehmen kann. Keystone / Peter Klaunzer

Das von der Schweiz beschaffte US-Kampfflugzeug F-35 sorgt in den USA für Unruhe. Wie RTS am Freitag berichtet, hat das Pentagon die Veröffentlichung eines potenziell kritischen Berichts darüber verboten. Es erheben sich Stimmen, die dies als Versuch anprangern, die Mängel des Flugzeugs zu verschleiern.

«Es handelt sich um ein Manöver, um die Modernisierungsprobleme des F-35 unter den Tisch zu kehren», sagt Luftfahrtexperte Bill Sweetman. «Ich denke, wenn dieser Bericht veröffentlicht würde, würde man feststellen, dass alle Zeitpläne nach hinten verschoben wurden. Das zeigt deutlich, dass das Programm in sehr ernsthaften Schwierigkeiten steckt.»

Der F-35 sieht sich mit Modernisierungsschwierigkeiten konfrontiert, die hauptsächlich die eingebaute Computerhardware betreffen. Auch seine Antriebs- und Kühlsysteme stellen logistische Herausforderungen dar, da das Flugzeug dazu neigt, zu überhitzen. In Kombination mit dem Mangel an Ersatzteilen verhindern diese Probleme oft, dass der F-35 seine Missionen durchführen kann.

Das US-Verteidigungsministerium rechtfertigt die Zensur des Dokuments mit dem Argument, eine Veröffentlichung würde «Risiken für die operative Sicherheit» darstellen. Die Schweizer Luftwaffe hingegen beschwichtigt: «Wir haben ein zusätzliches Paket an Ersatzteilen bestellt, um das Flugzeug auch ohne Unterstützung des Herstellers betreiben zu können», sagt Cédric Aufranc, der operative Leiter des F-35-Programms.

Jubelnde Menschen mit einer Schweizer Flagge
Die Gegnerschaft der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» konnte das Stimmvolk am 14. Juni überzeugen. Keystone / Alessandro Della Valle

Wie die am Mittwoch veröffentlichte Vox-Studie zeigt, war vor allem die Thematik der Einwanderung beim Urnengang vom 14. Juni über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ausschlaggebend. Das Stimmvolk lehnte das Anliegen der Rechtskonservativen schliesslich vor allem deshalb ab, weil es von der Einführung einer demografischen Obergrenze nicht überzeugt war.

Am 14. Juni sprachen sich 54,8% der Schweizerinnen und Schweizer gegen eine Begrenzung der Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner bis 2050 aus. Allerdings anerkannte eine grosse Mehrheit der Stimmberechtigten, dass das Bevölkerungswachstum die Infrastruktur unter Druck setzt, wie die Nachanalyse des Instituts gfs.bern zeigt. Diese Personen machen sich Sorgen über Wohnungsmangel, Verkehrsstaus oder die Überlastung der Spitäler.

Die Frage der Einwanderung stand jedoch im Mittelpunkt des Entscheids des Stimmvolks. Die von der Schweizerischen Volkspartei (SVP) vorgeschlagene Bevölkerungsobergrenze wurde von einem Teil der Ablehnenden als zu starr, ja sogar als gefährlich beurteilt. Die Mehrheit dieser Personen war der Ansicht, dass dies keine Lösung für die Probleme der Infrastrukturüberlastung darstelle.

Umgekehrt waren jene Personen, die dem Text zugestimmt haben, in erster Linie von einer Ablehnung der Einwanderung und des Bevölkerungswachstums motiviert. Die Überlastung der Infrastrukturen rangierte bei ihren Abstimmungsmotiven weiter unten.

Riesige runde Strohballen auf einem Feld
Das Jahr 2026 wird für die Schweizer Landwirtschaft schlecht sein. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Aufgrund der Trockenheit ist die Ernte in der Schweiz früher als gewöhnlich zu Ende gegangen. Die Heu- und Maisernte wird stellenweise als katastrophal eingestuft. Die Eidgenossenschaft hat deshalb beschlossen, die Zölle auf bestimmte Getreidesorten zu senken.

Für die Landwirte wird das Jahr 2026 schlecht werden. Der Ertrag und die Qualität des Getreides liegen aufgrund der Trockenheit unter dem Durchschnitt eines normalen Jahres. Um dieser Situation zu begegnen, hat das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beschlossen, vom 15. August bis zum 31. Oktober die Zölle für frischen oder silierten Mais sowie für Heu und Grassilage auszusetzen. Das Ziel besteht darin, die Einfuhr von Mais zur Tierfütterung zu erleichtern.

Der Schweizer Bauernverband begrüsst diese Importerleichterungen. «Sie werden dazu beitragen, die derzeit schwierige Futtermittelversorgung auch in den Nachbarländern zu stützen. Diese Massnahme trägt somit zur Entlastung der Lage bei, auch wenn erst ausreichende Niederschläge eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen werden», sagte sein stellvertretender Direktor Michel Darbellay gegenüber Keystone-SDA.

Bisher haben rund 1100 Landwirtschaftsbetriebe Schäden infolge der Trockenheit beim Versicherer «Schweizer Hagel» gemeldet. Die Nachfrage nach solchen Versicherungen ist laut dem Unternehmen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Wandernde in Richtung eines Sees vor einem Berg (Matterhorn)
Das Besteigen des Matterhorns wird auf der italienischen Seite ausgesetzt. Auf der Schweizer Seite wird davon abgeraten. Keystone / Jean-Christophe Bott

Auch Alpinistinnen und Alpinisten sind vom Klimawandel betroffen. Nach einem beeindruckenden Felssturz am Südhang des Matterhorns haben italienische Bergführerinnen und Bergführer Besteigungen mit Kundschaft ausgesetzt. Auch die Eigernordwand wird im Sommer immer schwieriger zu bezwingen.

Am Donnerstagmorgen bedeckte plötzlich eine gewaltige Staubwolke denHang des Matterhorns auf der italienischen Südseite. Mit ohrenbetäubendem Lärm hatte sich eine grosse Gesteinsmasse gelöst. Nach diesem Felssturz hat der regionale italienische Bergführerverband alle Besteigungen mit Kundschaft ausgesetzt.

Auf der Schweizer Seite des Bergs hatten die Bergführerinnen und Bergführer von Zermatt bereits Mitte Juli von Besteigungen abgeraten. Das Problem ist die anhaltende Hitze nach einem schneearmen Winter, die den Permafrost schmelzen lässt und die Felsformationen destabilisiert. Dadurch ist die Steinschlaggefahr besonders hoch.

Das Matterhorn ist kein Einzelfall. Auch der Eiger im Berner Oberland ist diesen Sommer praktisch schneefrei. Die Zeitfenster für eine sichere Besteigung der weltberühmten Eigernordwand werden immer kleiner. «Wir müssen uns an diese neuen Bedingungen anpassen. Auf vielen Routen bleiben die Bedingungen aber sehr gut», sagte Bergführer Hansruedi Gertsch in der Berner Zeitung. Er weigert sich, in Pessimismus zu verfallen.

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