Heizen mit Öl: Schweiz mit höchsten Anteil in Europa

Heizöl ist der am weitesten verbreitete Energieträger für die Gebäudeheizung in der Schweiz. © Keystone / Gaetan Bally

Die Schweiz ist das europäische Land mit dem höchsten Anteil am Heizöl-Verbrauch bei Gebäuden. Der Umweltverband WWF erklärt die Energiepolitik der Kantone im Gebäudebereich als gescheitert.

In der Schweiz liegt der Umweltschutz im Gebäudebereich in der Kompetenz der Kantone. Doch trotz des Einsatzes junger Menschen für das Klima unternehmen die kantonalen Behörden nicht genug, um die Umwelt- und Klimaauswirkungen von Gebäuden zu reduzieren. Diese machen rund ein Drittel der CO2-Emissionen aus.

Der WWF Schweiz geht in seinem neusten Rating der kantonalen Gebäude-Klimapolitik denn auch hart mit den Kantonen in die Kritik: "Kein Kanton weist ein Ziel auf, das mit dem Paris-Abkommen übereinstimmt", heisst es da etwa.

Gemäss WWF werden die von den Kantonen selbst erarbeiteten Energieverordnungen ("Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich", MuKEn), etwa betreffend Verbesserung der Wärmedämmung und Energiebedarf in Gebäuden, nicht vollständig umgesetzt.

Im Bereich Heizung fordert der Umweltverband, dass alle fossilen Brennstoffe durch umweltfreundlichere Systeme wie Wärmepumpen oder Solarzellen ersetzt werden. Dies ist eine grosse Herausforderung, denn fast zwei von drei Gebäuden in der Schweiz werden mit Heizöl oder Gas (Erdgas) beheizt.

Und nicht nur das: Die Schweiz ist auch jenes europäische Land, das den höchsten Anteil am Heizöl-Verbrauch in Gebäuden hat, wie die Statistik von Eurofuel zeigt.

Nach dem Kohlezeitalter, der Zeit von Ende der 1950er- bis Anfang der 1970er-Jahre, habe sich die Schweiz stark auf Heizöl konzentriert, sagt Martin Stucky, Sprecher des Schweizerischen Verbands der Importeure flüssiger Brenn- und Treibstoffe (Avenergy Suisse, ehemals Erdöl-Vereinigung), gegenüber swissinfo.ch.

"Die grossen Lagerräume für Kohle in fast jedem Gebäude waren perfekt für die Installation eines Heizkessels und eines Tanks geeignet, was die schnelle Verbreitung von Heizöl förderte", sagt Stucky. Über ein Netz verbreitete Energien wie Gas hätten sich aufgrund der Topographie der Schweiz und der verstreuten Lage vieler Häuser auf dem Land erst viel später verbreitet.

Die hohe Anzahl mit Öl beheizter Gebäude sei auch darauf zurückzuführen, dass alte Kessel oft durch Anlagen des gleichen Typs ersetzt würden. "Das sind aber Heizkessel der neuen Generation. Diese geben bis zu 30% weniger CO2 ab, und dank der Eco-Qualität des Heizöls liegen die Stickstoff- und Schwefelemissionen praktisch bei null", so Stucky. Und er fügt an, dass "Heizöl in der Schweiz schon immer die billigste Energie pro Kilowattstunde" bot.

Wärmepumpen in Neubauten

Anders sieht es bei Neubauten aus, wo Heizöl praktisch verschwunden ist. Seit 2000 ist ein starker Anstieg der Wärmepumpen zu verzeichnen. "Die Qualität der Neubauten in der Schweiz ist so gut, mit hohen Energiestandards, dass weniger Energie zum Heizen benötigt wird", betont Stucky. "In Neubauten ist Heizöl seit Jahren keine Option mehr. Oftmals sind Lösungen wie Wärmepumpen ausreichend."

Statt eines Verbots geht Avenergy Suisse davon aus, dass der Einsatz von Diesel aufgrund der technologischen Entwicklung automatisch abnehmen wird. "Heizöl eignet sich sehr gut als komplementärer Energieträger für erneuerbare Energien. Je mehr Hybridkombinationen es gibt, desto weniger Heizöl wird es geben", sagt Stucky.

Heizöl: Kein nationales Verbot

In der Schweiz gibt es kein generelles Verbot für die Installation von ölbefeuerten Heizungsanlagen in Neubauten. Einige Kantone kennen jedoch mehr oder weniger strenge Vorschriften zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien.

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