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Genf feiert Boom der Business-Fliegerei

Cointrin: Besucher betrachten auf dem Tarmac die ausgestellten Business-Jets. Keystone

Der europäische Salon für Privatjets in Genf, EBACE, zeugt von einem starken Wachstum dieser Branche, besonders auf dem europäischen Markt.

Dieser Inhalt wurde am 23. Mai 2007 - 11:16 publiziert

Dank der wachsenden Zahl grosser Vermögen und dem Mobilitätsbedürfnis der Unternehmen floriert dieser Markt auch in der Schweiz.

Der am Montag eröffnete europäische Salon für Business-Fliegerei ist weltweit der zweitwichtigste dieser Art nach demjenigen in den USA.

Nach einem deutlichen Aufschwung 2005 hat der Sektor der Business-Flüge in Privatjets 2006 Rekordzahlen erreicht. Die Industrie hat letztes Jahr 885 Business-Flugzeuge ausgeliefert, was einer jährlichen Zunahmen von 18% entspricht.

Tatsächlich verdankt sie dieses Wachstum vor allem dem hektischen europäischen Markt. Er ist der zweitwichtigste hinter dem US-amerikanischen, der weltweit 70% der Flotte stellt.

"Der US-Markt hat nach einem exponentiellen Wachstum in den letzten 15 Jahren mit 16'000 Jets eine Sättigung erreicht. Dagegen ist der europäische Markt mit nur 2500 bis 3000 Jets noch unterentwickelt", sagt Pierre Condom, Leiter des Magazins Air&Cosmos.

Der Rückstand dürfte bald aufgeholt sein. Die französischen Behörden der Zivilluftfahrt (DGAC) erwarten, dass Europa bis 2011 mit 4000 Flugzeugen 16% des Weltmarkts in der Business-Fliegerei ausmacht. Heute sind es 10%.

Eine zunehmend rentable Wahl

Mehrere Faktoren sind für diesen Boom verantwortlich: Das wirtschaftliche Wachstum, neue Mobilitätsbedürfnisse der Unternehmen, ein Zuwachs des Marktes an reichen Kunden mit individuellen Bedürfnissen (rund 20% des Marktes), aber auch die Sicherheit und bestimmte Flugpläne in den grossen Flughäfen.

Pierre Condom stellt ausserdem eine Veränderung der Mentalität fest: "Während der Privatjet lange als überflüssiger Luxus wahrgenommen wurde, sehen die Unternehmen in ihm zunehmend ein rentables Arbeitsinstrument."

Bei den besten Angeboten mache der Preisunterschied zu einem Linienflug in der Businessklasse nur etwa 25 bis 30% aus, was durch den Zeitgewinn leicht wettgemacht werde.

Die Rentabilität basiert in erster Linie auf den besonderen Besitzverhältnissen. Entweder teilen sich mehrere Unternehmen ein Flugzeug, oder ein Unternehmen erwirbt Teile des Flugzeugs oder Flugstunden von einem Dienstleister wie dem amerikanischen NetJets, dessen Aktivitäten seit 2002 um 1300% gewachsen sind.

Die Schweiz gut positioniert

Jean-René Saillard, Direktor für NetJets Europe in der Westschweiz, betont, dass das Geschäft in der Schweiz rund 10% des europäischen Markts ausmache. Die Schweizer Kundschaft setzt sich aus Berufsleuten des Finanz- und Luxussektors, des Ölgeschäfts und des internationalen Handels zusammen.

Auch der Flughafen in Genf profitiert vom Wachstum dieses Sektors mit über 85'000 Flug-Bewegungen von insgesamt 176'000 im Jahr.

"Genf ist eines der europäischen Zentren für Privatjets und hat einen für diese Art Flugzeuge gut ausgerüsteten Flughafen", sagt Pierre Condom.

swissinfo, Frédéric Burnand und Agenturen
(Übertragung aus dem Französischen: Susanne Schanda)

In Kürze

Der Europäische Salon für Geschäfts-Fliegerei, EBACE, findet vom 22. bis zum 24. Mai in Genf statt.

Es handelt sich um den zweitgrössten Anlass dieser Art auf der Welt. Der Grösste findet in den USA statt.

Am Salon werden über 10'000 professionelle Besucher erwartet, welche die neuen Angebote von 340 Ausstellern und die 56 auf der Genfer Landepiste ausgestellten Flugzeuge begutachten.

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