Bischof Grab oberster europäischer Bischof
Der Bischof von Chur, Amédée Grab, ist neuer Präsident des katholischen Rates der Europäischen Bischofskonferenzen. Grab ist der erste Schweizer Bischof in diesem Amt.
An der Vollversammlung des katholischen Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Strassburg erhielt Amédée Grab die Mehrheit der Stimmen. Der 71-jährige Churer Bischof und Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz wird Nachfolger des Prager Kardinals Miloslav Vlk, der laut Statuten nicht wiedergewählt werden konnte.
Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen will die Zusammenarbeit der katholischen Bischöfe auf dem europäischen Kontinent fördern. Dem 1971 gegründeten Gremium, dessen Sekretariat in St. Gallen ist, gehören die 34 Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen an.
Anerkennung der bisherigen Arbeit
Freude herrschte am Donnerstag (19.04.) bei der Schweizerischen Bischofskonferenz. Pressesprecher Marc Aellen sagte auf Anfrage, die Wahl bedeute eine Anerkennung der Arbeit Grabs während der letzten Jahre in der Westschweiz sowie in Chur.
Auch am Bischofssitz in Chur war die Freude gross. Der Vizekanzler des Diözese, Alfred Schriber, sagte, die Wahl sei eine hohe Ehre für Grab, aber auch für die ganze katholische Schweiz, zumal es das erste Mal sei, dass ein Schweizer Bischof in solch ein europäisches Amt gewählt worden sei.
Das Präsidium bedeute für den Churer Bischof aber auch Mehrarbeit, weil Grab daneben weiterhin sämtliche Funktionen als Diözesanbischof ausüben werde.
Grab, vormals Bischof von Fribourg-Lausanne-Genf, gilt als «Mann der Versöhnung», seitdem er 1998 vom Churer Domkapitel zum Nachfolger des angefeindeten ultrakonservativen Bischofs Wolfgang Haas gewählt wurde. Für Haas errichtete Papst Johannes Paul II. Anfang Dezember 1997 eine neue Erzdiözese Vaduz.
swissinfo und Agenturen
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