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Ewig – wie die Stadt Rom

Ein Gardist bewacht den Aufgang zum Papstpalast. Keystone Archive

Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Schweizergarde haben mit einem Symposium in Rom ihren Abschluss gefunden.

Dabei ging es um die Rolle der ältesten Armee der Welt und um Anekdoten aus vergangenen Jahrhunderten.

«Die päpstliche Armee ist eine der wenigen europäischen Institutionen, welche die Jahrhunderte überlebt hat. Heute, 500 Jahre nach ihrer Gründung, erfüllt sie immer noch die gleiche Mission wie damals. Sie verteidigt den Papst und verkörpert Ideale wie Mut und Treue», sagte der ehemalige Direktor des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft, Gerhard Schuwey, am Freitag anlässlich der Eröffnung des Symposiums.

Die Veranstaltung, an der Experten aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland und Italien teilnahmen, wurde vom Schweizer Institut in Rom in Zusammenarbeit mit dem Historischen Lexikon der Schweiz veranstaltet. Im Mittelpunkt standen die grossen Ereignisse in der Geschichte der Garde.

Die Geschichte der Garde beginnt am 22. Januar 1506. Damals wurde eine Gruppe von 150 Schweizern, die unter dem Kommando des Urner Hauptmanns Kaspar von Silenen zum ersten Mal in den Vatikan einzog, von Papst Julius II gesegnet.

Treue, ehrliche und kampfbereite Soldaten

«Der Papst engagierte die Schweizer für seine persönliche Verteidigung. Er kannte ihren Ruf als treue Soldaten, welche die Gefahr nicht scheuten und äusserst kampfbereit waren. Diese Qualitäten hatten die Schweizer auf den Schlachtfeldern mehrmals unter Beweis gestellt», führt der Historiker Marco Venato vom Schweizer Institut in Rom aus.

Die Garde hat ihre Qualitäten mehrmals unter Beweis gestellt, wie die Teilnehmer des Symposiums fest stellten. So mussten am 6. Mai 1527 bei der Plünderung Roms (Sacco di Roma) 147 der 189 Schweizergardisten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. ihr Leben lassen. Die Garde kämpfte damals gegen 20’000 deutsche Landsknechte und spanische Söldner.

Seither ist der 6. Mai der Tag, an dem die neuen Gardisten vereidigt werden.

Anekdoten

Das Symposium beschäftigte sich auch mit verschiedenen Anekdoten aus dem politischen und religiösen Bereich.

So ist die Garde ein Zeuge der Tradition des schweizerischen Söldnertums. In der Schweiz jedoch wird sie nicht als Armee betrachtet. «Die Verfassung von 1848 verbietet es, die Garde als Armee zu betrachten. Deshalb hat sie in der Gesetzgebung den Status eines privaten Polizeikorps», führt der Theologe Alois Odermatt aus.

Auf der politischen Szene geniesst die Garde in der Schweiz einen guten Ruf. So hätten die meisten Mitglieder Landesregierung insistiert, um an den Jubiläumsfestlichkeiten teilzunehmen, erzählt Odermatt.

«Bei diesen Gelegenheiten haben sich die Politiker –ob katholisch oder nicht – sehr positiv über die Garde als treue Bewacher des Papstes, aber auch als Botschafter der Schweiz im Ausland geäussert.»

swissinfo, Anna Passera, Rom

Die Schweizergarde besteht aus 110 Schweizern, katholischen Glaubens, die mindestens 174 cm gross sind, die Rekrutenschule absolviert und eine Lehre abgeschlossen oder ein Maturitätszeugnis erworben haben.

Die Hellebarden-Träger müssen mindestens 30 Jahre alt sein.

Mit einem Bestand von 110 Männern gilt die päpstliche Schweizer Garde als kleinste und gleichzeitig älteste Armee der Welt.

Die Schweizer Gardisten leben alle im Vatikan. Der Mindesteinsatz beträgt zwei Jahre.

Seit mehr als einem Jahr fanden in der Schweiz und in Italien verschiedene Anlässe statt, um das 500-Jahr-Jubiläum der Schweizergarde zu feiern.

Am 7. April 2006 haben rund 100 ehemalige Gardisten die 723 Kilometer lange Strecke von Bellinzona nach Rom zu Fuss zurückgelegt, und so daran erinnert, dass im Jahr 1506 die ersten 150 Gardisten dasselbe getan hatten.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Vereidigung von 33 neuen Gardisten am 6. Mai auf dem Petersplatz.

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