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Vom Krieg gezeichneter Sudan

Mit 2,5 Millionen Quadratkilometern Fläche ist der Sudan das größte Land Afrikas. Seine 34,4 Millionen Einwohner zählen zu den ärmsten des Kontinents. Die Hauptursache der schlechten Lage ist ein langer Bürgerkrieg, der das Land in Nord und Süd zerrissen hat.

Hinzu kommen mehrere Dürren, die zu schweren Hungersnöten geführt haben. Die seit Mitte der 80er Jahre regierenden Militärs und islamischen Fundamentalisten haben die Situation noch verschlimmert, indem sie hohe Schulden angehäuft und das Land wegen angeblicher Hilfe für Terroristen politisch isoliert haben.

An der Spitze des Staates steht seit 1989 Generalleutnant Omar Hassan Ahmed el Baschir. Als «graue Eminenz» hinter ihm galt jahrelang Hassan el Turabi, Chef der mächtigen Nationalen Islamischen Front.

Der Sudan wurde 1956 von Großbritannien und Ägypten in die Unabhängigkeit entlassen. Bereits damals entluden sich die Gegensätze zwischen der 70-Prozent-Mehrheit der Moslems im Norden sowie schwarz-afrikanischen Christen und Anhängern von Naturreligionen im Süden in ersten Aufständen, die auf eine Loslösung vom rohstoffarmen Norden zielten.

Der langjährige Präsident Dschaafar el Numeiri konnte den Bürgerkrieg zwischenzeitlich beenden. Nach seinem Sturz 1985 brachen die Kämpfe jedoch mit allem Fanatismus wieder aus.

Friedensgespräche, die auch die neuen Machthaber in der Hauptstadt Khartum und die Rebellen führten, blieben immer wieder ohne Erfolg. Die Zahl der Opfer auf beiden Seiten wird auf rund zwei Millionen geschätzt. Zur Bilanz des Bürgerkrieges gehört auch der katastrophale Zustand desBildungs- und Gesundheitssystems.

Die Hälfte aller Bürger sind Analphabeten, die Lebenserwartung liegt bei 56,4 Jahren. Trotz Nahrungsmangels wird internationale Hilfe für die hungernde Bevölkerung behindert. Für Transporte aller Art stehen in dem riesigen Land nur etwa 5500 Kilometer Schienennetz und 12’000 Kilometer meist unbefestigte Landstraßen zur Verfügung.

swissinfo und Agenturen

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